Resonanzfreies Arbeiten, Sprachgrenze, Agonie. Oder: ist das Kunst, kann das weg?

Letztens gefragt worden, wie dieses resonanzfreie Arbeiten denn auszuhalten sei. Bezogen auf das, was meinereiner, unsereins im je eigenen Universum (= Weblog, literarischer) so von sich gibt. Antwort: ein innerer Kreis (= wer nicht drin ist, ist draußen) liest sich gegenseitig, gegeneinander, kommentiert wechselseitig herum (= im Kreis) und produziert so ein in sich verwobenes Miteinander (= Textur, Gewebe). Eine Sprachwelt, die ein Außen hat und eine Grenze also, die jedoch nur von außen nach diesem Innen zu überqueren ist. Wer im Innern aber schweigt, löst sich auf, wird in Sprache gelöst, ohne eine Spur zu hinterlassen (= nichts tönt). Hinaus führt kein Weg. Sprache aber, die nur nach innen, in diesem einen Innen (= der Kreis) funktioniert, ist immer schon in Auflösung begriffen, nur Stoff (= Befruchtung), woher auch immer, kann das hindern, jede Selbstbefruchtung (= Institutionalisierung) ist eine nur scheinbare, verunmöglicht aber die Selbstauflösung der Gemeinschaft (= der Kreis) im resonanzfreien Raum, in dem sie (= die Textur als Gemeinschaft) ohne Bindung folgenlos ihr Dasein hat. Im besten Falle handelt es sich bei diesem Phänomen also um Kunst (= L’art pour l’art) und um die immerzu gegenwärtige Frage, ob das weg kann. Im Kreis selbst (= Resonanzraum) tönt darauf die Antwort, immer-, immerzu.

Kreis, N.W.Schlinkert

 

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