Allerlei über Literatur, einfach so mal schnell hingerotzt

Samuel Beckett wurde in seinen Texten über die Jahre hin immer ernster und ernster, nachdem er lange Zeit unterschiedliche Arten und Weisen des Humors durchhatte, ja, tatsächlich durchhatte, denn wirklich gute Schriftsteller wiederholen sich niemals. Harmlos aber war Becketts Humor nie, ganz im Gegenteil, er war so böse, dass Theodor W. Adorno ihn gar nicht erst bemerkte und stattdessen einen tieferen Sinn suchte, aus heutiger Sicht lächerlich, aber nachvollziehbar, denn was hatte Adorno schon zu lachen: nix. Es ist nicht überliefert, ob Beckett hat lachen müssen, als Adorno von den nackten Titten seiner Studentinnen ermordet wurde, naja, vielleicht nicht ermordet, aber eben tief erschüttert. Oder nehmen wir Thomas Bernhard, der in seinen bernhardschen Texten, und er schrieb naturgemäß nur solche, einen derartigen Bogen um das Thema Sexualität und sexuelle Obsessionen machte, dass Jahre später ein bis dato nicht sehr bekannter Schriftsteller, ich selbst nämlich, einspringen musste, die Lücke zu füllen und den Meister einfach mal zu verbessern [Werbepause], was sich Bernhard womöglich verbeten hätte – nicht!?!? Doch zurück zu Samuel Beckett, der es wirklich nicht verdient hat, in absehbarer Zeit verwechselt zu werden mit Godot, so wie dereinst Karl Philipp Moritz mit Anton Reiser, wenn Ihnen das was sagt. Ich selbst will naturgemäß allerdings auch keinesfalls verwechselt werden mit Protagonisten aus meiner Feder, selbst wenn sie absolut ein Rad abhaben und etwa selbstgebastelte Amphibienkinderwägen lieben. [Werbepause] Aber wissen Sie, was ich dagegen gemacht habe? Ha! Sie werden es nicht glauben: meine Protagonisten sind nicht selten namenlos, ergo man mich nie wird verwechseln können, und zwar nicht einmal mit mir selbst.

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