
Das schottische Raubschaf
Des Schafes Raub,
des Trunkes Wesen,
von schottischem Whisky
ist auserlesen,
der saufende Dichter
wie der ertrinkende Halm,
so etwas gibts nur
auf der schottischen Alm.
Das schottische Raubschaf
mit Dudelsackbauch
pupst ganz erquicklich
nach schottischem Brauch.
Es steht auf der Wiese
und leckt an den Halmen,
was soll es machen,
es gibt keine Palmen.
So ist es trunken
nach all dem Gelecke,
jetzt nimmt es erstmal
ne leckere Schnecke,
dann trottet es los,
die Burgen zu stürmen,
das muß sich doch lohnen
bei all diesen Türmen.
Das Raubschaf rennt ein
so manch Burges Pforte,
so etwas geht nur
an schottischem Orte.
Dort raubt es zuerst
die Jungfräulichkeit
dem Sohne des Grafen,
was den durchaus erfreut.
Das schottische Raubschaf
ist somit ne Frau,
die weiß was sie will,
und zwar ganz genau.
Zurück auf der Wiese,
pupsend und glücklich,
denkt es, ein Raubschaf zu sein,
ist schön und erquicklich.

Das Schaf und der Wiesenfloh
Das Schaf das stand so rum
war vollgefressen und ganz stumm
die Welt war schon in Ordnung so
und folgerichtig es ganz froh
Da kam der Wiesenfloh vorbei
und fragte frech und frei nach Brei.
Er hatte riesengroßen Hunger,
war ganz blaß vor Gier und Kummer,
ausgemergelt bis zu’n Knochen,
nix zu kochen schon seit Wochen.
Doch das Schaf oh graus,
hatte garnichts mehr im Haus,
hatte aufgefressen all die Speisen,
so als wollte es beweisen,
daß es fressen kann wie’n Schwein,
und das am besten ganz allein.
Ans Teilen hat es nie gedacht,
obwohl man das an sich so macht.
So stand es da mit vollem Bauche,
mit seiner Pfeife und dem Rauche,
den Pfeifen halt so machen,
wenn sie qualmen,
vollgestopft mit Blättern und mit Halmen.
Der Wiesenfloh der sah nun ein,
da wird wohl nichts zu holen sein.
Die Kammer leer, kein Brei, kein Hummer,
die Pfeife qualmt, das Schaf im Schlummer.
