Norbert W. Schlinkert: Ankerlichten oder: Des Herrn Daubenfußes Rache (Roman). Kapitel 13: Neue Welt und Leipziger Allerlei

Norbert W. Schlinkert: Ankerlichten oder: Des Herrn Daubenfußes Rache (Roman)*

Kapitel dreizehn:

 Neue Welt und Leipziger Allerlei

Adam Bernd wird also Student der Theologie in Leipzig, und dies zu einer Zeit, nämlich um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert herum, als in den deutschen Landen, sofern sie nicht papistisch sind, der sogenannte terministische Streit hochkocht. Bald schon finden sich auch in Adams bescheidener Stube Flugblätter und die ein oder andere Streitschrift, zum Teil mehrere Bögen stark. Er ahnt schnell, das Für und Wider sorgsam gegeneinander abwägend, daß der so erbittert geführte Diskurs sicher in nicht ferner Zukunft als ein ungenießbares Süppchen in den Ausguß der Religionsgeschichte gegossen werden würde. Immerhin aber wird ein Übermaß an Feuer an die Sache verwandt, von allen Seiten wirft man sich erbittert und bis aufs Blut gereizt in die Schlacht, nun gut, denkt Adam immer wieder verwundert, der Mensch hat ja schließlich den freien Willen und kann denken und tun und auch schreiben, was immer er will, selbst den größten Unsinn oder auch etwas zutiefst Vernünftiges. Sicher, das war nicht sehr orthodox gedacht, er selbst wandte sich sogar ohne Wenn und Aber und natürlich heimlich dem von einem gewissen Cartesius ins Spiel gebrachten Vernunftbegriffes zu, denn der Wille als die stärkste Kraft im Menschen richtete ohne die Vernunft als leitende Instanz nur Übles an, das schien ihm überdeutlich. Sein Denken ging seit langem schon in diese Richtung, erst unbestimmt, dann durch Gelesenes bestärkt, nicht die vermeintliche, unumstößliche Wahrheit zu suchen, sondern die Menschen zum friedlichen und vernünftigen Miteinander zu erziehen. Eben aus diesem Grunde wollte er ja Prediger werden! Wer willentlich und auch wohlüberlegt jederzeit das Richtige friedlich zu tun versuche, das wollte er verdeutlichen, würde dann schon am Jüngsten Tag Rechtfertigung erlangen, wenn es denn Gottes Wille ist! Die Frage aber, ob Gott dem Menschen zu dessen Lebzeiten einen nichterkennbaren Gnadentermin setzt, nach dem dieser sich nicht mehr bekehren könne, eben darum ging es im Terminismusstreit, erschien ihm schnell als ein alberner Versuch, das durch eigene Bibellektüre ermöglichte Selberdenken der Gläubigen wieder in die Schranken zu weisen. In Sachen Bevormundung waren sich Orthodoxe und Pietisten, obschon den Terminismus betreffend nicht im selben Lager, ohnehin gleich wie ein Kringel dem anderen, auch wenn Adam als fleißiger Student noch nicht ahnen konnte, daß er dereinst mal zum einen und mal zum anderen Lager gerechnet werden würde, ohne zum einen oder anderen zu gehören. Er beobachtete also noch eine Weile die Auseinandersetzungen der Terministen mit denjenigen orthodoxen Gruppen, die eine Bekehrung zu Gott auch auf dem Sterbebett keinesfalls ausschließen wollten, heizte dann aber mit all den Tractaten an einem kalten Wintertag seine Wohnung – nur das den Streit auslösende Tractat, Böses Terminus peremptorius salutis humanae aus dem Jahr 1698, behielt Adam, nachdem er vom Tod des Verfassers gehört hatte, in seiner kleinen, aber stetig wachsenden Bibliothek.

Immerhin war die Angelegenheit für Adam der Grund, sich zu Beginn seiner Leipziger Zeit mit der Frage des freien Willens zu beschäftigen, der natürlich, zu dieser Erkenntnis kam er immer wieder zurück, nicht das Geringste nutzt, muß der Mensch seine Kräfte allein dem Überleben widmen. Denn nur wenn ausreichend Mittel vorhanden sind, ja wenn sogar eine gewisse Verschwendung möglich ist, das wurde ihm eines Tages, als er einem elenden Bettler ein Almosen gab, wieder einmal deutlich, ist freier Wille überhaupt denkbar. Und eben daraus resultiert sicher auch die Ansicht, so dachte er, der Mensch müsse sich die Erde untertan machen, was er dann ja auch getan hat. Heißt es nicht, überlegte er, im Ersten Buch Mose 1.28, und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht? Ja, so heißt es dort, und so machte es der Mensch! Doch eben daraus, schloß Adam, resultiert der Überfluß und der am Anfang der Zeiten versprochene, oder vielmehr verhängte freie Wille. Dieser aber, und das erkannte der nun 24-jährige Student Adam Bernd in Leipzig klar und deutlich, stand in einem solchen wie dem von einem gewissen Johann Böse angezettelten Diskurs über den Terminismus zur Disposition! Natürlich, die Frage, ob Gott die Menschen vielleicht doch noch im Fadennetz hatte, konnte gestellt werden, und manch einer würde behaupten, allein dieser Gedankengang, die Infragestellung des freien Willens, sei Resultat desselben, doch in den wüsten Zeiten der Wende zum 18. Jahrhundert mußte man sehr darauf achten, mit wem man sprach, vor allem in Leipzig, selbst wenn hier die wenigsten den Terministen zustimmten. Hatten ihn nicht Hanke und Acoluth eben davor gewarnt und ihm davon gesprochen, er werde den Breslauer Zeiten und Möglichkeiten noch nachtrauern?

Böses Freund und Studienkollege Andreas Alberti, Heinrich Holzkötters erster und einziger Lehrer, der sich inzwischen notgedrungen zum Katholizismus bekannte, erfuhr die traurige Nachricht von Böses Tod, das sei noch am Rande erwähnt, übrigens erst im Jahr der Schlacht bei Fraustadt, nämlich 1706. Alberti war zu dieser Zeit aber mitnichten im alten Europa, sondern bereits in America und nahm auf Seiten der Franzosen am Queen Anne’s War teil, wenn auch nicht als Soldat, sondern als Dolmetscher. Jedenfalls wurde Alberti, aus einer Hütte heraustretend, in der er sich mit einer viel zu jungen Indianerin vergnügt hatte, unversehens in ein Gespräch verwickelt, und weiß der Teufel, wie er mit dem Neuankömmling aus Cottbus, einem vormaligen Lutheraner oder sogar Hugenotten, der sich ebenfalls hatte bekehren lassen, von Indianerinnenmuschis auf Religion kam, vielleicht hatte er davon gesprochen, wie böse die Kleine werden könne, wenn man nicht genau das tat, was sie wolle und was auch ihr Gott zu tun befehle, am Ende jedenfalls sprachen sie ganz ernsthaft über Böses Schrift und den Terminismusstreit, von dem Alberti, so versicherte er glaubwürdig, nie etwas gehört habe. Und für so dumm, solch ein Tractat tatsächlich zu veröffentlichen, das sagte er mehrmals, habe er Johann nicht gehalten. Kein Wunder aber, das Streit entstanden sei zwischen den Lagern, darauf hätte man wetten können. Als er dann von dem ehemaligen Hugenotten auch noch erfuhr, daß Philipp Jacob Spener, der Urheber des Gedankens vom Gnadentermin, auf seinem Sterbebett gesagt habe, jeder solle denken, was ihm beliebe, da verlor er fast ganz den Glauben, lachte hohl in seinen eigenen Gaumen hinein und ging zurück in die Hütte, nicht ohne zu versprechen, bei der schönen Indianerin ein Wort für den Neukatholiken aus der Lausitz einzulegen. Er solle schon mal seine Münzen zählen.

Doch war das wirklich der selbe Andreas Alberti, der sich um Heinrichs Bildung bemüht und sich damals aus allem Animalischen herausgehalten hatte? Nun, Anfang der neunziger Jahre, auf seiner Reise von Schwerte nach Amsterdam, war er noch der sittenstrenge und doch lebensbejahende abgebrochene Student, der keiner Fliege auch nur ein Härchen krümmen konnte, es sei denn, er wollte sie unter dem Mikroskop betrachten. Doch nach nur einem Jahr in Amsterdam war er schon ein anderer Mensch geworden, er selbst suchte eine Weile nach den Gründen für seine Verwandlung. Vielleicht, so überlegte er, waren es die Ausdünstungen der Kanäle, das Nebeneinander von Reichtum und Elend, oder diese Mädchen, unter deren Hauben immer eine blonde Locke hervorlukte, doch dann gab er das Grübeln auf, und auch das war Teil und zugleich Ergebnis seiner Verwandlung. Natürlich saß er damals noch so oft er es einrichten konnte über gelehrten Büchern und disputierte über neue Erkenntnisse, auch seiner Religion und Martin Luther blieb er so gut es ging treu, so lange er nur festen Boden unter den Füßen hatte, was aber in Amsterdam nicht leicht ist, besonders nicht am Gouden Bocht, dem Goldenen Bogen an der Herengracht zwischen Leidsegracht und Vijzelstraat. Eben dort residierten nämlich einige hohe Herren, die Albertis Fähigkeiten und Kenntnisse zu schätzen wußten. Insbesondere der Sklavenhändler Paulus Godijn baute nicht nur auf Albertis Sprachkenntnisse und seine Fähigkeiten als Hauslehrer für seine Söhne, sondern vor allem auf seine strenge Erscheinung, denn Alberti war oft der einzige in einer hochkarätigen Verhandlungsrunde, der nicht fettleibig und über die Maßen genußsüchtig war. Das macht nun mal, davon war Godijn überzeugt, auf manchen ausländischen Vertragspartner einen seriösen und sachlichen Eindruck. Doch eben dort, im Palais seines Auftraggebers, verfiel Alberti eines Nachmittags zum ersten Mal dem Reiz einer blonden Haarlocke, die sich keck aus einer Haube herauswand. Als Godijn später am Abend vor einer neuen Verhandlungsrunde fragte, ob das Geschenk, die einzig katholische Hure Amsterdams, nach seinem Geschmack gewesen sei, errötete Alberti bis über beide Ohren, während der Fettwanst vor lauter Lachen kaum noch Luft bekam.

Eines Tages aber, es war der siebenundzwanzigste Mai des Jahres 1699, der siebte Jahrestag seiner Ankunft, beschloß Alberti, einst hoffnungsvoller Schüler des Elisabeth-Gymnasiums zu Breslau, späterhin Student der Theologie in Leipzig und, auf eigene Rechnung gewissermaßen, Naturforscher, sich den Höllenkreisen von Amsterdam, denn das waren die konzentrisch angelegten Kanäle und Straßen für ihn, zu entziehen. Er würde nach America auswandern! Dort mochte, so hoffte er, ein anderes Leben möglich sein. Die Gelegenheit zur Fahrt über den Atlantik ergab sich schließlich, als Godijn, der gleich zwei seiner Schiffe im Sturm verloren glaubte, für sechs Monate eine Fleute vom Kurfürstentum Brandenburg übernahm, die Derfflinger. Diese lag eben in Amsterdam wegen kleinerer Reparaturen vor Anker, die beiden Vormasten bekamen neue Rahsegel, der Achtermast ein neues Lateinersegel, und da mit ihr lange Jahre Rum nach Africa und Sklaven nach Westindien transportiert worden waren, war sie in jedem Fall gut geeignet und außerdem das einzig verfügbare Schiff. Schnell war man sich einig, und da die Vertreter des deutschen Kurfürsten von der Zwangslage des Kaufmanns wußten, zahlte dieser zähneknirschend einen hohen Preis, denn es waren mehrere Dutzend Sklaven nach America zu transportieren, in Virginia starben sie neuerdings wie die Fliegen, so daß Nachschub unerläßlich und insgesamt hoher Gewinn zu erwarten war. Godijn beauftragte Alberti mit der gesamten Abwicklung des Geschäfts, der Kontrakt mit allen Einzelheiten wurde umgehend aufgesetzt und unterzeichnet, und auch für die Rückfahrt war bereits Fracht, vor allem Holz und Tabak, geordert. Der Kapitän entschied sich im Sinne seines Auftraggebers für die Nordroute, so daß man in etwa acht bis zehn Wochen die amerikanische Ostküste zu erreichen gedachte. Die Bewältigung der südlichen Route über die Kanarischen Inseln würde doppelt so lange dauern, Godijn war strikt dagegen, ungeachtet aller Argumente. Sobald die aus Africa stammenden Sklaven, Männer, Frauen und viele Kinder, sowie Pökelfleisch, Zwieback, Stockfisch, Käse, getrocknete Bohnen und Erbsen an Bord gebracht waren, stach man an einem diesigen Tag in See.

So also kam Andreas Alberti nach America, könnte man meinen, doch er landete in der Neuen Welt nicht mit dem Schiff an, mit dem er in See stach, sondern mit einem französischen Kaperfahrer des Namens „La Royale de Dunquerque“, und mit ihm einiges an Vorräten und gut zwanzig Kinder von etwa zehn bis vierzehn Jahren. Der französische Kapitän, im Besitz eines Kaperbriefes, ließ es sich nicht nehmen, nachdem das eigentliche Kapern ohne jedes Problem und auch ohne Gegenwehr vollzogen war, sowohl die zu beschlagnahmende Ware als auch die Negerkinder höchstpersönlich auszusuchen, und als ihm niemand mangels Kenntnisse der französischen Sprache auf seine Fragen antwortete, gab sich Andreas Alberti in geschliffenem Französisch als deutscher Katholik aus Breslau zu erkennen. Die Pariser Bluthochzeit vom August 1572 war ihm durchaus ein Begriff, und auch wenn das Gemetzel schon über ein Jahrhundert zurücklag, so war es doch besser, dachte er, ganz schnell und ohne mit der Wimper zu zucken zum Katholiken zu werden. Gott hätte damit sicher kein Problem, beruhigte er sich. So also kam er nach America, und da die Berufsaussichten bald schon nur noch auf eine Tätigkeit als Holzfäller oder Kuhhirt zuliefen, war er mehr als froh, schließlich dem mit einigen Indianerstämmen verbündeten französischen Heer als Dolmetscher, Wetterdeuter und Seelentröster zu dienen, was einige Vorteile mit sich brachte, auch noch, als der Krieg schließlich ausbrach. Immerhin lernte er so auch noch Indianisch, meist von einer diesen jungen Wildkatzen aus dem Clan der Pis-suh, die es ihm besonders angetan hatten. Doch das alles sei nur am Rande erwähnt, es ist eine weithin unbekannte Geschichte und kaum von Bedeutung, so daß von diesen Geschehnissen im fernen America in der Alten Welt niemand etwas erfuhr, auch nicht Heinrich, genannt der Daubenfüßer oder auch Herr Daubenfuß, woraus in Leipzig der Täubenfüßer wurde.

Heinrich, umständehalber und ganz gegen sein Plan nun bereits seit allzu langer Zeit in eben diesem Leipzig, wußte von America nur in einer Form, nämlich in der des Hirngespinstes betrunkener Kaufleute. Er hörte ihrem Gerede zu, aber es war ihm egal, was dort getrieben wurde oder womöglich geschehen mochte. Seine Gedanken waren immer noch in der Hauptsache bei Adam Bernd, auch wenn der kein Gesicht, kein Antlitz hatte, ja im Grunde nur als vage Gestalt auftauchte, die immer schemenhafter wurde, je mehr er sich ihr zu nähern versuchte. So wenigstens widerfuhr es ihm in seinen Träumen, in denen er wie der Blitz nach Breslau reiste und wo gleich der erste Mensch, den er fragte, mit dem Finger auf eine Gestalt wies, der dort, da, am Ende der Gasse im Predigerhabit, das ist Adam Bernd, worauf er entschlossen auf ihn, seinen Feind, zuschritt, auf denjenigen, der Cara ins Unglück getrieben hatte, doch je näher er kam, desto undeutlicher wurde die Gestalt, bis er nur noch einem lebensgroßen schwarzen Nichts gegenüberstand, ohne Gesicht und Stimme, ein schwarzes Loch inmitten der Welt. Dann wachte er jedes Mal auf, doch nicht etwa schweißgebadet, sondern im Gegenteil ganz ruhig. Sein Plan, diesem Adam Bernd die Hölle auf Erden zu bereiten, wuchs und gedieh indes weiter, wann immer er Schriften oder Flugblätter in die Hand bekam, in denen die Sünde des Selbstmords behandelt wurde. Er ging sogar gelegentlich zu einer Predigt, um in Stimmung zu kommen. In seinem Kopf war dieser Mensch, der am Tod der Schwester die Schuld trug, somit nach wie vor ein ständiger Gast, der wohl nie wieder verschwinden würde, nie, nicht einmal als Toter. Natürlich gab es Zeiten, in denen er weniger häufig an seine Rachepläne dachte, doch wenn er wieder einmal, denn damit verdiente er sich seinen kargen Lebensunterhalt, einen jener Männer zu beobachten und zu belauschen hatte, die der theologischen Fakultät der Universität ein Dorn im Auge waren, so tagträumte er oft, dies sei sein spezieller Feind Adam Bernd. Der gemeinhin folgende, von der Obrigkeit verhängte Auszug des Bespitzelten aus der Stadt war ihm immer ein Fest, das er nicht versäumen durfte. Die Verzweiflung auf so manchem dieser Gesichter löste Wonne in ihm aus, und Jean, das Schwein, ein dreckiger Kerl unbestimmten Alters, der ihm bisher all diese Aufträge vermittelt hatte, mußte ihm stets sagen, wann ein als Pietist Überführter der Stadt verwiesen wurde, meist zum Georgenpförtchen hinaus, aus reiner Boshaftigkeit, damit er nicht schnurstracks nach Halle zu seinen Glaubensbrüdern laufen konnte, sondern noch einmal um Leipzig halb herum zu gehen hatte. Boshaft aber, davon war Heinrich überzeugt, waren sie ohnehin alle, auf beiden Seiten, auch die ihm selbst unbekannten Auftraggeber, die hinter Jean standen.

Wenn auch, wie Heinrich dachte, Adam Bernd weit weg war, so liefen doch wenigstens die calvinistischen Teufel, die Cara nach Breslau mitgenommen hatten, leibhaftig und sozusagen in Stellvertreterschaft in Leipzig herum. Er hatte die Worte des dritten Predigers aus Schwerte nicht vergessen. Oft sah er sich in seinen Tagträumen in die Mitte dieser Calvinisten treten, um sie mit Feuer zu überziehen, sie in lebendige Fackeln zu verwandeln, und sprangen sie ins Wasser, so verlöschte das Feuer nicht. Fest stand aber, er mußte nach Breslau reisen, um diesen Menschen, diesen Adam Bernd zu finden. Das würde keineswegs eine Weltreise bedeuten, und er könnte ja sogar die Post nehmen, die neuerdings immerhin zwei Mal die Woche fuhr. Allerdings reichte dazu sein Erspartes bei weitem nicht, auch weil er sein weniges Geld bei den Huren ließ, obwohl er sich bei seiner Ankunft in Leipzig vorgenommen hatte, nie deren Dienste in Anspruch zu nehmen. Doch als er dann einmal nur schwach geworden war, wollte er es immer wieder haben, dieses Gefühl, er mußte dafür nicht einmal allzu betrunken sein. Jean, das Schwein, der dies schnell erkannt hatte, schleppte sie seither immer wieder heran. Unversehens saßen sie dann auf seinem Schoß, schon stand er ihm, und Jean nahm sein Geld. In manch einer Dirne sah Heinrich sogar, ganz plötzlich wie eine Erscheinung, seine Schwester Cara, als sei sie lebendig, was unmöglich sein konnte, er wußte es selbst im schlimmsten Rausch, auch wenn der dritte Prediger in Schwerte wohl immer noch glaubte, sie würde leben. Doch er war sicher, Cara ist tot, wie tot lag sie ja schon in jener Kammer, damals, und dann hat sie der Teufel geholt. Eines Tages brachte ihm Jean zu allem Überfluß auch noch ein schwangeres Mädchen, sie sei wie toll, sagte er, er wolle nicht einen Groschen nehmen, er könne sie bespringen wie der Teufel. Das tat er, besoffen wie er war, wie besinnungslos ging er gegen sie an, das Mädchen lachte und lachte und schrie, und als er entlud, schrie auch Heinrich, den Namen seiner Schwester, Cara schrie er, Cara. Als er am Morgen erwachte, war sie fort, und überall klebte Blut und Kotze.

Für Jean, das Schwein, war der Täubenfüßer nur ein armer Tropf, der über die Jahre manch delikaten Bespitzelungsauftrag ausführte, wenn man ihm nur ein paar Münzen in die Hand drückte oder ihm Wein und die ein oder andere Hure auf die Stube brachte. Eines Tages jedoch, im Juni des Jahres 1703, wartete Heinrich vor der Coffee-Bille lange vergebens auf Jean, denn der war aufgegriffen und aufs Rathaus gebracht worden. Bisher hatte der Kerl es verstanden, sich den Herren der Stadt, besonders den geistlichen der theologischen Fakultät, unverzichtbar zu machen, wenn es denn um dreckige Geschäfte aller Art ging, mit denen diese sich nicht die Finger schmutzig machen wollten, wobei das Bespitzeln der Andersgläubigen mit dem Ziel, Beweise gegen sie zu sammeln, um sie der Stadt verweisen zu können, noch die harmloseren waren. Gelegentlich, doch dafür war Heinrich dann nicht der richtige Mann, durfte es durchaus handgreiflich werden, und auch die gut 700 Öllaternen, die die Stadt vor einer Weile hatte aufstellen lassen, behinderten diese Arbeit keineswegs, ganz im Gegenteil, denn so fühlten sich die zu Beobachtenden sicher, völlig zu Unrecht natürlich, denn wo Licht ist, ist auch Schatten. Für spezielle Aufträge besaß Jean sogar besonders gute Kontakte zu einigen Spitzknechten, selbst zu solchen, die, Laternen hin oder her, notfalls einen Freitod in der Elster in Szene setzen konnten.

Kurz und gut, Jean wirkte im Verborgenen und hatte seine Gönner. Diese konnten und wollten ihm jedoch nun nicht mehr helfen, denn als er an diesem einen Tag im Juni gegen Mittag einen ihm bekannten Regimentspfeiffer, mit dem er bereits vor Jahren einmal aneinandergeraten war, vor dem Peters-Tor entdeckte und mit ihm in Streit geriet, handelte er dem kürzlich von einem gewissen Christian Thomasius sinnigerweise zu Papier gebrachten Gesetz, nach dem man sich der Höflichkeit in allen Lebenslagen zu befleißigen habe, grob zuwider. Die Wache am Tor jedenfalls zögerte einzugreifen, da es ganz nach einer üblichen verbalen Auseinandersetzung aussah, bis Jean schließlich seinen Dolch zog und ihn seinem Kontrahenten ohne Vorwarnung in den Leib hieb. Hatte Platon schon mehr als zweitausend Jahre zuvor in seiner Politeia Bedenken angemeldet gegen jede Art der Pfeifferei im Staate, zum einen, so der große Denker, würden Tapferkeit und Vielstimmigkeit nicht recht zusammen passen, zum andern verziehe so ein Flötenspieler beim Spielen sein Gesicht, ob er will oder nicht, zu einer Grimasse, so war hier endgültig der Beweis dieser Sicht der Dinge gegeben, denn der Regimentspfeiffer schrie nicht nur vielstimmig auf, sondern verzog tatsächlich, als er den Dolch im Leibe spürte, auch ganz fürchterlich sein Gesicht, so wie er es immer tat, wenn er spielte, und eben da lag der Hase im Pfeffer, denn eben sein Spiel war es gewesen, das Jahre zuvor, als Jean noch als Feldscherer im Dienst gestanden hatte, diesen zur Weißglut brachte, denn das jämmerliche und schieftönende Geflöte war nicht zu ertragen gewesen, und da jener Regimentspfeiffer, der zu nichts anderem taugen wollte, aus lauter Angst vor Strafe jeden gottverdammten Morgen übte, während so mancher Soldat oder auch Feldscherer mit schwerem Kopf noch auf seinem Lager lag, war es kein Wunder, daß Jean, als er eben diesen Ruhestörer und Flötenvergewaltiger vor dem Peters-Tor unversehens sah, auf diesen losstürmte und ihn zur Hölle wünschte, was dieser nicht anders zu erwidern wußte als mit Schimpfworten, die jenen, er erkannte den ehemaligen Feldscherer durchaus, allerdings zu treffen vermochten, denn eben wegen seiner Geschäfte, die das Militärische und die holde Weiblichkeit in Beziehung setzten, war er entlassen worden als ein Hurenbock, und auch wenn diese Beschimpfung ebenfalls auf einen wahren Sachverhalt anspielte und so ein Gleichgewicht herstellte, so war Jean doch sehr in Rage gebracht, zog also seinen Dolch und, wir sagten es schon, rammte ihn dem Pfeiffer in den Leib. Jetzt erst griff die Wache ein, packte und fesselte Jean, doch noch bevor ein Medicus gerufen werden konnte, war dem armen Pfeiffer schon die Luft ausgegangen. Ein letztes Fiepen, das hatten alle gehört, zeigte an, daß die Seele seinen Leib verließ, doch natürlich konnte es auch ein letzter Furz gewesen sein, wie die verständigeren und aufgeklärteren Zeitgenossen unter den Gaffern wohl wußten. Das Ganze hatte keine zwei, drei Minuten gedauert, doch dem Täubenfüßer war damit, und nur aus diesem Grunde ist Jeans Schicksal überhaupt der Rede wert, mir nichts dir nichts der Vermittler abhandengekommen. Er mußte sich andere Dienste suchen. So wurde aus dem recht untergeordneten Spion Heinrich Täubenfüßer, der ja ohnehin immer nur einfache Hinweise auf Schandtaten gab und als Zeuge nicht auftreten konnte, schließlich sowohl ein Lampenwächter, dem das Anbrennen und Auslöschen, Öl auffüllen und Putzen der öffentlichen Laternen in einigen Gassen im Hallischen Viertel oblag, streng nach einem alle Mondphasen und die Jahreszeiten beachtenden Tage-Register, als auch ein Sänftenträger, denn wenn die letzte Laterne ausgelöscht war, so konnte er ohne Umstand seinen Überrock wechseln, um zusammen mit einem Kompagnon einige Stunden lang Einheimische oder Fremde durch die Stadt und bis hinein in die Vorstädte zu tragen. Zwar kam er nun kaum noch zum Schlafen, aber auch die Hurerei und Sauferei nahm ein Ende, oder sagen wir, es kam weniger häufig zum Äußersten, so daß er nun endlich einen Teil seines Verdienstes auf die hohe Kante legte – denn eines Tages würde er sich, das stand für ihn nach wie vor fest, nach Breslau aufmachen, um dort einen gewissen Adam Bernd zu suchen und ihm das Leben zur Hölle zu machen.

Der Prozeß gegen Jean hatte ein wenig auf sich warten lassen, und so war es Herbst und schließlich Winter geworden. Irgendwann kam das Gerücht auf, Jean habe unter der Tortur alles zugegeben, am Ende soll es sogar so gewesen sein, daß Jean sich zu Gott bekehrt und beruhigt habe. In dieser Art ging es von Ohr zu Ohr. In etwa zeitgleich saß übrigens der schon erwähnte Rechtsphilosoph Christian Thomasius im nahen Halle an einer Schrift, die die Folter grundsätzlich infrage stellte, und er war durchaus nicht allein mit dieser Ansicht, doch was nützen schon die Gedanken, wenn die Dinge laufen, wie sie sollen. Ein Armenadvokat, der Jean selbstlos vertrat, ein gewisser auf Reisen sich befindlicher Johann Paul Siebenkäs, hatte ganz zuletzt dann auch noch viel Wirbel veranstaltet und behauptet, der Regimentspfeiffer habe zuerst zur Waffe gegriffen. Dies jedoch wußte das Gericht allein durch die Zeugenaussagen zu widerlegen, die besagten, der Pfeiffer habe nichts in der Hand gehalten als sein Instrument. Dementsprechend also sollte der Mörder, so das unwiderrufliche Urteil, mit dem Schwert vom Leben zum Tode befördert werden.

Die Gegend um die Stadt herum stand Anfang März noch immer größtenteils unter Wasser, nachdem es bei noch gefrorenem Boden tagelang heftig geregnet hatte. An eine Hinrichtung auf dem Rabenstein vor dem Grimmaischen Tor wäre also überhaupt nicht zu denken gewesen; der Vorschlag, den alten Galgen, an dem seit siebzehn Jahren niemand mehr hat baumeln müssen, wieder in Dienst zu setzen, war aber ohnehin aus gleich mehreren Gründen zurückgewiesen worden, denn die beschlossene Enthauptung mit dem Schwert stille nun mal den Blutdurst des Volkes und habe zudem eine abschreckende Wirkung, ohne besonders grausam zu sein, während ein womöglich noch eine Weile zappelndes Männchen eher der Belustigung dienen mochte. Man könne sich noch gut daran erinnern, wie der letzte Gehängte von Kindern und Studenten mit Steinen beworfen wurde, während er noch zuckte und würgte. So wurde also der Tag der Hinrichtung festgesetzt, die auf dem Marktplatz stattfinden würde.

Der 14. März des Jahres 1704 würde wohl nun ein leidlich klarer, kalter Tag werden, wie es aussah, es hatte sogar wieder Frost gegeben. Die Hinrichtungszettel waren gedruckt, doch auf eine zuvor veröffentlichte, aufwendige Marschordnung wurde verzichtet, wenngleich alles in der üblichen, schönen militärischen Ordnung vonstatten gehen würde. Zu Heinrichs Überraschung wurden die Lampenwächter zum Dienst verpflichtet. So stand er an jenem Tag um sechs Uhr in der Früh bei noch fast völliger, nur durch die Laternen und einigen Lampen durchbrochenen Dunkelheit vor dem Rathaus in Reih und Glied, zusammen mit Bierziehern, Aufladern, Nachtwächtern, Weißkitteln, ja sogar Korn- und Kohlemessern. Vor ihnen war die ganze Garnison der Stadtsoldaten aufgezogen. Ein Hauptmann erklärte das Prozedere. So erfuhr Heinrich von dem Aufwand, der getrieben wurde wegen Jean. Er konnte es kaum glauben. Die Stadttore, mit Ausnahme des Grimmaischen, wo sich wie bekannt die Hauptwache befände, würden, so der Hauptmann in seiner kurzen Ansprache, mit dem ersten Geläut des Rathausglöckleins von der Bürgerschaft verschlossen, so daß niemand hinaus- oder hereinkommen könne, bis die Exekution vorbei sei. Zudem werde das Rathaus mit einer ausreichenden Zahl von Soldaten besetzt werden, wobei je 16 Mann nebst je einem Unteroffizier für den vorderen und hinteren Eingang des Rathauses verantwortlich seien, 60 Mann hingegen mit kreuzweise gesetzten Flinten und aufgesteckten Bajonetten im Rathaussaal einen Gang für die Ratsmitglieder zu bilden und sich dann auf ihre Posten auf dem Markt zu begeben hätten, während sechs Mann die kleine und zwölf Mann die große Rathaustreppe bewachten. Vier Mann schließlich würden flintenbewehrt dem Zug des Rates zur Exekutionsstätte vorausgehen. Desweiteren seien alle Tore und Pförtchen mit starken Mannschaften zu besetzen, damit beim Hereinströmen des Volkes nach der Hinrichtung sich nicht etwa verdächtiges Gesindel mit einschleiche. Das war wahrlich durchdacht. Heinrich staunte.

Kaum daß die Soldaten sich mit knarzenden Stiefeln in Bewegung gesetzt haben, nimmt sich ein Feldwebel der frierenden Lampenwächter und Weißkittel an, führt sie zum Zeughaus und händigt einem jeden einen Spieß aus, dessen Empfang er auf einer Liste zu quittieren hat. Viele machen ein oder zwei oder sogar drei Kreuze, einige setzen ihren Namen ein. Heinrich schreibt H. Daubenfuß auf die Quittung. Er gehört zu einer Gruppe, die im Kreis um die Richtstätte zu stehen hat, nur auf Armeslänge voneinander getrennt. So findet er sich an einer Stelle wieder, die nicht mehr als sechzig Schuh entfernt ist vom Blutgerüst, auf dem Jean, das Schwein, enthauptet werden wird. Noch aber geschieht nichts, auch wenn, da es jetzt langsam beginnt hell zu werden, immer mehr Volk aus den Gassen heranschlurft, meistens in kleinen Grüppchen. Fünf, sechs Studenten, die wohl die Nacht durchgezecht hatten, machen sich einen Spaß daraus, an das Gerüst zu pinkeln, dann kommt kurz einmal und ohne erkennbaren Anlaß Bewegung in die größer werdende Menge, worauf einige Frauen ganz vorne am Gerüst, leidlich gekleidet, damit sie nicht etwa für billige Huren gehalten werden, zu rufen und zu schreien beginnen. Schnell verstummen sie wieder. Alles friert und schlägt mit den Armen, hüpft ein wenig auf der Stelle, Tücher und alte Pelze werden enger geschlungen, aber, so denkt so mancher, mit dem Kerl, der hingerichtet werden soll, will ich nicht tauschen, und wenn ihm noch so warm ist und die Henkersmahlzeit noch so schmackhaft und üppig. Auch Heinrich ist schon ganz durchfroren, als der Scharfrichter, flankiert von vier Soldaten, endlich auf dem Podest erscheint, ein mächtiger Kerl, ganz in Leder gekleidet. Er präsentiert ohne Umschweife sein scharf geschliffenes, vorne aber stumpf endendes Schwert der Menge, worauf dann auch Jean, gefesselt mit einem Strick um die Handgelenke, ganz allein die Stiege hinaufstapft und mitten auf dem Podest stehenbleibt. Ein Raunen und eine leichte Bewegung, einem Schaukeln gleich, geht durch das Publikum. Die Soldaten sperren die Augen auf und umklammern ihre Waffen mit festem Griff. Langsam geht Jean nun zum Rand des Blutgerüsts und blickt versonnen zum blaßblauen Himmel hinauf, an dem kein einziger Vogel zu sehen ist und nicht eine Wolke. Heinrich scheint es für einen Moment fast so, als stünde dort tatsächlich ein Mensch mit einem Schweinskopf, mit falschem Stolz auf seine Bekehrung zu Gott aufblickend. Erst als einige der Frauen versuchen, Jean zu berühren, ziehen ihn zwei der Soldaten zurück. Wie oft nur, denkt Heinrich, auf seinen Spieß gestützt dem Geschehen zusehend, hatte ihm Jean nicht eine dieser Huren dort angeschleppt, und nicht wenige waren wegen Ehebruch oder Hurerei unter dem Scharfrichter gewesen, hatten aber alle ohne Ausnahme, wie er wußte, die ganze Marter ausgestanden und waren zu Jean zurückgekehrt. Ich kenne die fast alle, denkt Heinrich, sie sich der Reihe nach ansehend, ohne sich auch nur an einen einzigen Namen erinnern zu können, als diese ganz und gar plötzlich wie auf Kommando und zur nicht geringen Überraschung Heinrichs und aller Umstehenden, die reinsten Veitstänze aufzuführen begannen, die Soldaten und auch ihn und seine Nebenmänner anschrien, die Röcke hoben und obszöne Gesten vollführten. Ein Feldwebel machte ihm und seinen Nebenleuten indes Zeichen, auf der Hut zu sein, denn in der Tat wurde die Menge immer unruhiger, Hunde begannen zu bellen, ein Pferd konnte kaum am Ausbrechen gehindert werden, schon sah es so aus, als würde eingegriffen werden müssen. Dazu jedoch kam es nicht, denn als die ersten gewahr werden, daß der zum Tode zu befördernde Mörder, ohne an dem Tumult den geringsten Anteil zu nehmen, sich ganz freundschaftlich mit dem Scharfrichter unterhält, als beide sogar lachen, als seien sie auf einem Landausflug, hätten gut gegessen und seien bester Laune, verstummt die Menge nach und nach, ja sie erstarrt geradezu. Bald erscheint gemessenen Schrittes der Priester, und auch diesem wendet sich Jean herzlich zu. Als der Gottesmann ihn segnet, bellt nicht einmal mehr ein Hund. Der Verlesung des Urteils lauscht der Delinquent sehr ernst mit schräggelegtem Kopf, dann werden ihm, unter dem erneuten Raunen des Publikums, die Fesseln abgenommen. Er trinkt noch in aller Ruhe einen Becher Wein, den ihm der Scharfrichter reicht, worauf er sich seiner Jacke und seines Hemdes entledigt und diese ordentlich zu Boden legt, niederkniet, die Augen gen Himmel hebt, eben lugt die Sonne blitzend über die Dächer, still betet mit murmelnden Lippen und schließlich den Kopf senkt. Augenblicke später bringt ihn der Schwertstreich des Scharfrichters vom Leben zum Tod. Ein Aufschrei geht durch die Menge, nicht wenige werden ohnmächtig, so wie dies immer geschieht, spritzt nur das Blut. Heinrich aber hätte schwören können, dort poltere nun wirklich ein Schweinskopf statt eines menschlichen Hauptes über die Bretter. Schwatzend geht schließlich alles auseinander, die Stadttore werden geöffnet, das Leben beginnt wieder und nimmt seinen gewohnten Lauf, freundlich beschienen von der klaren Märzsonne.


<= Kapitel 12

Kapitel 14 =>

*Anlässlich meines baldigen zweiten Aufenthaltsstipendiums im Künstlerdorf Schöppingen, der erste Aufenthalt dort fand 2010 statt, veröffentliche ich meinen damals begonnenen und inzwischen fertiggestellten Roman Ankerlichten oder: Des Herrn Daubenfußes Rache aus meinem Nachlass zu Lebzeiten heraus online auf dieser meiner Website.

Hinweis: Das Copyright © und alle denkbaren Rechte an „Ankerlichten oder: Des Herrn Daubenfußes Rache“ liegen weltweit und darüber hinaus bei Norbert W. Schlinkert. Das Kopieren des Textes oder einzelner Teile ist ausschließlich für den privaten Gebrauch gestattet, sonstige Be- und Verarbeitung und eine Verbreitung in welcher Form und mittels welcher Medien und Techniken auch immer ist unter keinen Umständen gestattet.

Dieser Beitrag wurde unter NACHRICHTEN aus den PRENZLAUER BERGEN! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentare sind geschlossen.