Hedonismus ist nicht das Ende der Fahnenstange …

… Hedonismus ist die Fahnenstange selbst, und an der hängt so einiges. Natürlich muß man differenzieren zwischen komplett hirnlosen Hedonisten und den wenigen scharfsinnigen Hedonisten, so wie man zum Beispiel auch zwischen komplett hirnlosen Linken und scharfsinnigen Linken unterscheiden muß, was ja alles nicht weiter schwerfällt, denn man erkennt die Dummen, Doofen und Gefährlichen immer am Blick, noch bevor sie das Maul aufgemacht haben. Dabei müssen die Dummen, Doofen und Gefährlichen keineswegs böse Menschen sein, so lange sie Arbeit und Freizeit und Geld und Unterhaltung haben, was allerdings in unserer Wohlstandsdemokratie nicht für alle gewährleistet ist. Es kommt bei den ganzen Lebensangelegenheiten selbstredend immer auf das Maß und die richtigen Zutaten an, wobei jede Art von Ideologie von vornherein und überdeutlich auch für diejenigen Zeitgenossen als falsch zu erkennen wäre, die es vehement ablehnen, aus der Geschichte zu lernen. Doch der Mensch ist nun mal ein Herdentier, er braucht sein pupswarmes Nest, seinen Verein, seine Partei, seine Kirche, seine Sekte, und wie soll man dann noch selbst denken wollen, wenn man dafür womöglich aus dem Nest gestoßen wird als ein Beschmutzer und Schädling und Abartiger, ja, da läßt man das doch lieber sein, vor allem, weil man so auch viel besser zu Geld und Ruhm und Macht kommen kann, mithin eine der besten Voraussetzungen, seinen Hedonismus ausleben zu können, so wie damals, in der Nachkriegszeit – hach, das soll ja so schön gewesen sein …

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