Archiv des Autors: Norbert W. Schlinkert
Kleine Gedanken zum Lesen
Was wäre das Leben eines Schriftstellers ohne das Lesen. Ohne das Hinzufügen des Eigenen beim Lesevorgang, ohne das Inmittensein im fremden Text, ohne das Sich-zu-eigen-Machen der Texte anderer Schriftsteller, so unterschiedlich sie sind. Zurzeit lese ich Vilhelms Zimmer von Tove … Weiterlesen
Nebensächliche Nebennotiz
Die autobiographisch angelegte Literatur boomt, jeder will alles sagen, jeder alles wissen. Autoren, die Geschichten ohne Bezug zu sich selbst und ohne Bezug zu ihrer Familie erzählen, haben es schwer. Gleichwohl kommt es immer ausschließlich auf die Qualität eines Textes … Weiterlesen
Be–Sein und so weiter: Die Lücke als Gedankenstrich, der Gedankenstrich als Lücke: Hauptsache–Sein
Das Besein an sich sagt noch nicht viel aus über was auch immer, selbst wenn das Sein Alles ist. Es fehlt etwas in der Lücke, um aus dem Besein ein Bestimmtsein zu machen. Jörg Herold füllte diese Lücke mit Wurst, … Weiterlesen
Von Höcksken auf Stöcksken zu kommen und zugleich über Qualität nachzudenken, bedeutet beides zugleich zu tun
Zugegeben: kann ich nicht! Nämlich eine einmal als erfolgreich erkannte Machart immer wieder anwenden. Was in Handwerk, Handel, Gewerbe und in der Unterhaltung einer der Schlüssel zum Erfolg ist, ist mir in meiner Kunst eine Unmöglichkeit. Zu meinem Glück bin … Weiterlesen
In mir ein Fluss
Der Literatur-Nobelpreisträger Jon Fosse schreibt viele seiner Texte zunächst mit dem Füllfederhalter, so las ich. Tue ich auch, phasenweise. In meinen Archivboxen sind einige Texte, die es nur handschriftlich gibt, ohne Recherche oder vorherige Idee in einem Fluss dahingeschrieben, nie … Weiterlesen
Es werde Werk oder: 100 % Handwerk und ein Hauch von Was
Gestern, oder war es vorgestern, nein gestern, gestern war’s, gestern habe ich einen Text beendet. Die ältesten Teile des knapp 150 Seiten langen Werkes sind zehn Jahre alt. Das ist nicht weiter verwunderlich, solch eine zeitliche Spreizung entspricht meiner Arbeitsweise, … Weiterlesen
Vergessene Texte III: Wiederaufgefundene Anfänge von (na von) Was (wohl) oder: Zur Hälfte frei erfunden, zur anderen imaginiert (2019)
Das Ende habe ich mir immer ganz anders vorgestellt. Als Katastrophe mit Feuer und Wasser, mit Brünsten, Überschwemmungen, auch Erdrutschen und Lawinen. Ende Oktober aber, wenn die Kraniche und die Wildgänse ihre Formationen üben, in aller Ernsthaftigkeit, und abends in … Weiterlesen
Unterbelichtete Überschärfe
Ich geb es ja zu, dass ich mich insofern konservativ verhalte, als dass ich fast ausschließlich Texte höchster Qualität lese, deren Erschaffer längst das Zeitliche gesegnet haben, und zwar lange bevor Texte durch Copy & Paste zu Patchworkgebilden wurden oder … Weiterlesen
Re-Vision
Ich habe vier Archivboxen gekauft, ist gar nicht lange her. Ganz voll sind sie noch nicht, doch zum einen ist in den Regalen noch zu Archivierendes zu finden, zum anderen kommen nach und nach neue handschriftlich verfasste Texte hinzu, so … Weiterlesen
Vergessene Texte II: Nächster Halt Leipzig (2016 / 2022)
Nächster Halt Leipzig Eine Kurzgeschichte von Norbert W. Schlinkert Leo ergattert einen Fensterplatz rechts in Fahrtrichtung. Es fahren, stellt er fest, ausgesprochen viele Menschen im ICE von Berlin nach Leipzig, so früh am Morgen und mitten in der Woche. Was … Weiterlesen