Das Besein an sich sagt noch nicht viel aus über was auch immer, selbst wenn das Sein Alles ist. Es fehlt etwas in der Lücke, um aus dem Besein ein Bestimmtsein zu machen. Jörg Herold füllte diese Lücke mit Wurst, das war 1987 (Leipzig, Galerie EIGEN+ART), indem er eine Wurstmaschine in den Raum installierte und auch noch einen Film drehte. Eine Lücke ist, erst einmal gesehen und erkannt, immer zu füllen, und zwar mit Worten, die im besten Falle mit einem t enden, denn so ist für alle gesorgt, die es knallig haben wollen, Beklopptsein, Bescheuertsein, wenngleich auch Fließendes sinnreich einzufügen ist, Beflissensein, Besonnensein, Besoffensein, wobei gleich hier ein weiteres Sein aufzumachen ist, denn Manches, aber nicht Jedes passt auch wunderbar ins Versein, Verklopptsein, Versonnensein, Versoffensein, und was der Verseine mehr ist. Bleibt nur das Sein immer an seinem Platz, ist der Füllerei, das machen bereits diese wenigen Beispiele deutlich, kein Ende, allein das Sonnen ist schnell mal ein Gesonnensein, ein Zustand entpuppt sich als Zerklopptsein, als Zerfressensein, ja mitunter als ein Verkommensein, ganz zu schweigen vom Veräppeltsein, Verkohltsein, Verarschtsein und Verhohnepiepeltsein. Hauptsache Sein.

Seminarkritzelei I, Norbert W. Schlinkert