Arbeit am Blödsinnsaustreiben

Sonntage sind mir, da ich nicht Gott bin, oft Arbeitstage, auch deswegen, weil ich ja schließlich nur selten die sechs Tage vorher durchgehend an der Welt geackert habe. Also werde ich heute arbeiten, auch an mir selber. Dazu gehört zunächst, mir eine Angelegenheit durch den Kopf gehen zu lassen, in der ich, ich wurde mit der Nase darauf gestoßen, Blödsinn schrieb und speziell der bildenden Kunst nicht gerecht wurde, ja sie sogar abwertete – und dies auch noch in einer Antwort an der Herrn Dilettanten, der ja nun tatsächlich eben das Malen mit beeindruckendem Erfolg betreibt, wie ich finde. [siehe dort >>>] Erklären kann ich mir diese meine Schriftstellerarroganz nur damit, daß ich ja tatsächlich vor Jahren, nach gutem Beginn, letztlich an und in der bildenden Kunst scheiterte und mir dies noch immer nachhängt, mir wie ein Stachel in der Seele steckt, den ich nun aber herauszuarbeiten habe. Um die Sache aber zu konkretisieren, hier das von mir Geschriebene:

„Zu bedenken ist auch noch, daß ein Leser nicht untätig nur sieht oder hört, wie vor einem Gemälde stehend oder in einem Konzert weilend, sondern als Leser (qua Nachvollzug und Verlebendigung) seinen Teil beizutragen hat zum Leseerlebnis, zum Gelingen des Kunstwerks, was durchaus ein Ringen darstellt mit dem vom Autor Vorgegebenen, ein Kampf, den beide verlieren im Mißlingen, im Nichterschaffen des Werkes als ein lebendiges Jetzt.“ [Im Kommentarteil zu diesem Beitrag]

Das nun ist, wie alle sehen können und auch der Herr Dilettant sicher gesehen hat, Blödsinn, und dies nicht etwa, weil die Aussage in bezug auf das Lesen falsch wäre. Grundfalsch an dem von mir Gesagten ist, der bildenden Kunst bzw. der Malerei abzusprechen, sie erfordere eine notwendige Rezeptions- bzw. Affirmationsleistung des Betrachters, die dieser ja tatsächlich, um das nun klar zu sagen, zu erbringen hat und auch schon immer hatte. (Ich drück das mal so aus, anders ist mir das in meiner momentan-verwirrten Verfassung nicht möglich.) Ich habe also, wie gesagt wahrscheinlich aufgrund der mir geschehenen, mir aber selbst zuzuschreibenden Kränkung, die allein aus meinem Scheitern in der Sache entstand, die bildende Kunst wie Kitsch behandelt, etwas, das mir nicht hätte passieren dürfen und auch nicht wieder passieren darf, will ich nicht auch als Autor scheitern, indem ich etwa die mir selbst gesetzten Qualitätsmaßstäbe unterlaufe. Und natürlich werde ich daran auch nicht nur an Sonntagen, sondern dauerhaft immer zu arbeiten haben, definitiv.

 

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