Leidenschaft

Ich kenne Menschen, die enthalten sich jeder Emotionalität, die irgendwie mit Liebe, Begehren und Sehnsucht zu tun hat. Ohne jedes Bedauern. Die motzen mal ein bißchen rum über Alltags- und Berufskram und Sachen, die es immer gab und immer geben wird, der Rest ihres Lebens aber ist ein Insichruhen. Ein wohlverdientes Insichruhen, bar jeder Leidenschaft. Ich hingegen ruhe nur äußerst selten in mir, wenn dann fahre ich auf der Landstraße mit dem Motorrad und bin sowohl hochkonzentriert als auch die Ruhe selbst. Auch beim Lesen gelingt es manchmal, aber wann liest man schon mal einen solchen Text, frage ich, zum genau richtigen Zeitpunkt! Sagen wir mal, es kommt gelegentlich vor. Im Moment aber bin ich emotional derartig in einer Berg- und Talfahrt, da hilft kein Motorradfahren und keine Literatur, da ist im einen Moment alles verloren, im anderen ist da doch so etwas wie ein Licht am Ende des Tunnels – oder täusche ich mich? Sie sehen ja, ich bekomme nicht mal einen ordentlichen Beitrag geschrieben! Neidisch sein aber auf die Emotionsfreien, nee, niemals!!!

[Nachtrag: Kein Licht am Ende des Tunnels. Ich drehe mich um und gehe in die andere Richtung – wer sagt denn, dass ich da in den Tunnel muss!]

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