Poesie & Co.

Wenn individuell geschaffene Kunst jeglicher Art und Weise ausschließlich nur die Folge wäre der Langeweile, die den Menschen befallen muss in Zeiten, in denen er nicht um das nackte Überleben kämpft, dann wäre Kunst allein dem besseren Leben zugehörig und also keine und nur Illustration, denn gerade auch in Zeiten, in denen das wie auch immer geartete individuelle Überleben gefährdet ist, entsteht Kunst, wenn auch diese dann gemeinhin nur gewürdigt werden kann in Zeiten, in denen der Mensch nicht um das nackte Überleben zu kämpfen hat, so dass Kunst dann dem wieder besseren Leben zugehörig ist und dies auch deswegen weil sie, die Kunst, das zuvor gefahrvolle Leben mit Hoffnung und Aussicht auf eben eine bessere Zukunft bereicherte oder es gar erst möglich machte, welche dann, die Zukunft, wiederum ohne diese Kunst weniger besser wäre als eben mit dieser in den gefahrvollen Zeiten geschaffenen und in die besseren Zeiten schließlich überführten Kunst, was alles mich zu der Einsicht (ver)leitet, dass Kunst mitnichten nur eine zweckfreie Entäußerung ist, wenngleich dies immer auch, sondern menschliches Leben als solches in einer Art und Weise erst möglich macht, die von dem von anderen Lebewesen gelebten Leben grundsätzlich unterschieden ist. Das dazu, denn auch die Kunst, lange Sätze zu schreiben, ist eine.

Poesie, 1996, 20 x 30 x 10 cm, Holz, Papier, Streichholzschachteln, © Norbert W. Schlinkert

 

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