Völliger Quatsch mit völliger Soße

Sich der Aufgabe zu widmen, zu der dem Text als Idee vorangegangenen Überschrift einen sinngemäßen Text zu verfassen, ist völliger Quatsch mit völliger Soße. Nachdem diese Aufgabe also bereits mit dem ersten Satz überzeugend gelöst worden ist, kann ich mich jedem anderen Thema zuwenden, beispielsweise der Thematik der schwindenden Bedeutung von Wort und Text. Wobei dies falsch ausgedrückt zu sein scheint, denn je kürzer und gedrängter eine Aussage präsentiert werden muss, also etwa bei Nutzung des Mikrobloggingdienstes Twitter, desto gewichtiger scheint auch jedes einzelne Wort und damit die Gesamtaussage. Das ist keine neue Erfindung, denn bereits seit der Einführung der Depesche bzw. des Telegramms Mitte des 19. Jahrhundert verkürzten die Sender Nachrichten auf das absolute Minimum, allerdings aus finanziellen Erwägungen heraus und nicht, wie heute, aus Agitationsgründen, denn die „Depesche“ des 21. Jahrhunderts richtet sich nicht mehr an den Einzelnen, sondern an alle Einzelnen, an die Masse – der Wähler, Konsumenten, Follower. So ist die sogenannte catchword argumentation / Schlagwortargumentation Gang und Gäbe geworden und wendet sich weniger an den Verstand als vielmehr an das emotionale Zentrum des Menschen, von den in Tränen gebadeten Augäpfeln und den zusammengebissenen Zähnen also abwärts über Bauch und Geschlechtsteile zum aufstampfenden Fuß. Wer komplexere Dinge mitzuteilen hat, der bleibt (dieser Praxis des Verkürzens, Verknappens und Vereinfachens wegen) außen vor und wird nicht gelesen und gehört, es sei denn von denen in der Seines-, Meines-, Ihresgleichen-Blase. Ergo: Je länger und komplexer der Text, desto kleiner die Blase, je kürzer und unterkomplexer der Text, desto größer die Blase. Wie gesagt: Völliger Quatsch mit völliger Soße!

Zusammenfassend hier noch das oben Beschriebene in einer knappen Bild-Text-Komposition:

„V.Q.m.v.S.“ Norbert W. Schlinkert 12/2018

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