Die Literaturblase

Es gibt Zahlen und Statistiken – und die verlangen Gläubigkeit. Die meisten der ja immerhin veröffentlichten Romane verschwinden unerhört und kaum gelesen in der Versenkung, das sagte mir vor einer Weile eine Schriftstellerin, deren erster Roman im Moment auf dem Markt ist, das habe sie recherchiert. Zahlen spuken mir also im Kopf herum, wonach etwa 95 % der Leser nur 5 % der Buchtitel kaufen und lesen, der ganze Rest aber unter „Ferner liefen“ vergessen werden kann. Was also tun? Sollte man überhaupt noch Bücher schreiben, die es niemals in die Bestsellerlisten schaffen können, nach allem was man weiß? Selbstverständlich nicht, denn man muß von etwas leben, der Tag hat nur 24 Stunden und natürlich droht die Altersarmut, das jedenfalls sagen die Schlauen und Pfiffigen und Pragmatischen. Wie sehr sie dabei versuchen, ihren Neid sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr sie ihr Leben als ein eigenes behaupten und verteidigen, das wäre allerdings schon eine kleine Erzählung wert, ja vielleicht sogar einen Roman, der sich dann aber wohl nicht besonders gut verkaufen würde. Was also tun?

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