Richtig ist: wie man es macht, ist es falsch – oder richtig

Jetzt kommt es drauf an, denke ich. Ob andere das denken, ist mir naturgemäß völlig egal. Gut jedenfalls, daß ich das mit der Kulturwissenschaft nun aufgegeben habe, so wie ich vor Jahren das mit der bildenden Kunst aufgab. Ja, geht das denn so einfach, fragen sicher manche, und natürlich geht das nicht so einfach. Es ist jedoch so, daß mir damals in noch relativ jungen Jahren viele Künstler, vor allem die männlichen, mit ihrer Aggressivität und Larmoyanz auf den Geist gingen, und zwar gehörig, während mich später die Spießigkeit und Kaltschnäuzigkeit des Universitätsbetriebs abstieß, so daß ich am Ende immer mit nur wenigen Mitstreitern und Mitstreiterinnen auf verlorenem Posten stand. Da rauschte dann alles an uns vorbei. Doch ich will schließlich arbeiten und nicht Kriege führen, sagte ich mir und sage ich mir noch immer, so daß ich nun nur noch das eine tun will, unter Ausnutzung all meiner Möglichkeiten natürlich, die eng zusammenhängen mit dem, was ich lange Jahre getan habe, immer parallel zum literarischen Schreiben. Man möchte einwenden, auch im Literaturbetrieb gäbe es doch dies alles auch, das mag natürlich sein und ist auch so, ich fühl mich da aber trotzdem wohler, weil es im Kern immer „nur“ darum geht, Geschichten zu erzählen, Welten zu erschaffen, immer weiterzumachen, solange es Worte gibt – um nicht mehr und nicht weniger.

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