Eine Mehrheit von 100 %

Der 100%ige Gesellschafter meiner selbst sorgt sich um mich. So sagt er wenigstens. Ich arbeite zu viel, sagt er, worauf ich sage, ich wüsche meine Hände in Unschuld, worauf er sagt, auch das noch! Ich soll mir mal einen Tag frei nehmen, sagt er, oder zwei, oder mal wieder in Urlaub fahren, zur Entspannung, wann ich denn das letzte Mal so richtig in Urlaub gewesen wäre, fragt er, worauf ich sage, das muß 1995 gewesen sein, 14 Tage Irland, war wahrscheinlich schön, ich kann mich nicht mehr erinnern. Daraufhin fängt mein Gesellschafter an, mich zu beschimpfen, unverantwortlich sei das, worauf ich sage, ich würde doch Ende der Woche ein Projekt vorläufig beenden, nämlich mein Romanprojekt, das mir vielleicht nicht direkt viel Geld einbringen würde, aber eben indirekt, so daß ich dann, vielleicht, auch mal in Urlaub könnte, worauf er sagt, indirekt sei Blödsinn, ich solle direkt was tun, worauf ich sage, ab nächster Woche steht ein Schreibprojekt an, das direkt Geld bringen soll, ehrlich, doch das will er dann schriftlich, und ich sage, darum geht es doch, es geht um Schriftliches, mit dem ich direkt Geld verdienen können werde, also werde können, also werde werde, und überhaupt, was ihn das überhaupt angeht, das wird schon klappen, sage ich, schließlich arbeite ich ja hart, aber das hätte ich wohl nicht sagen sollen, denn da ging es wieder von vorne los. Immer die selbe alte Leier! Anstrengend, das!

 

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