Sonntagsunruhe

Der Sonntag ist ja der einzige Tag in der Woche, an dem Gott sich ausruht und wir alle stellvertretend Gott sind, und da sich Gott ausruht, tun wir das auch, denn warum ihm mit Arbeit lästig kommen. Aaaaaaaaaaaah, ist das schön, ich habe so richtig Mitleid mit allen, die heute arbeiten müssen, also naturgemäß auch mit mir selbst, denn wir selbstangetriebenen schöpferischen Menschen arbeiten immer, weswegen wir auch nicht Gott sein können. Apropos Mitleid: haben Sie diesen Berlusconi bei der Stimmabgabe gesehen – da gruselt und schüttelt es einen doch und man fragt sich, wie sein Gesicht unter der Maske aussieht. Mit Würde zu altern mag nicht leicht sein, doch sich zu Lebzeiten zum Zombie zurechtschnippeln zu lassen, ist auch keine Lösung. Aber wer’s mag, der soll den kleinen Teufel doch wählen bei der Wahl in Italien, eben das ist ja Ausdruck lebendiger Demokratie, da kann jeder wie er lustig ist gegen seine eigenen Interessen wählen, bis er schwarz wird. Wir selbst als Deutsche haben ja im Herbst dann auch die Merkel-Wahl zu durchstehen, wobei ich, das sei schon mal angekündigt, meine Stimme verpachten werde, weil ich sie nicht gebrauchen kann, und wer die Pachtsumme auftreibt und mir gibt, darf dann doppelt wählen, weil er ja Geld hatte, das dann mir gehört und mit dem ich ja auch eine Stimme pachten könnte, wenn ich wollte, wenngleich ich stattdessen aber damit dann doch lieber meine Arbeit finanziere, von der ich oben sprach, ja, Sie haben richtig gehört, wir Künstler werden nicht durch unsere Arbeit mit finanziellen Mitteln versorgt, nein, es ist umgekehrt, da hat man kaum eine Wahl und muß sich abfinden – lassen.

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