Augen auf bei der Berufswahl!

Mir scheint, es ist ein großer Unterschied, ob man aus einer Leidenschaft einen Beruf macht, aus einer Störung oder aus einem Hobby. Ist der Beruf aus der Leidenschaft entstanden, wie etwa bei Schriftstellern und Dichtern oder bei Schauspielern, Bildhauern, Tänzern, Malern, Musikern etc., männlich und weiblich selbstverständlich, dann durchwirkt das Leiden und das damit verbundene Schaffen das ganze Leben und wirkt nicht zuletzt gegen all die Risiken und Gefahren, die solch einem Leben innewohnen, denn ist man auch noch so oft vom Regen in die Traufe geraten, so glüht doch immer noch etwas Leidenschaft, die sich immer wieder entfachen läßt. Aus seiner Störung hingegen einen Beruf zu machen scheint mir am riskantesten zu sein, dies betrifft neben Psychologen ja besonders Fernsehmoderatoren, Juristen, Lehrer, Philosophen, Kaufleute und Politiker, wenn auch mit den Sicherheiten, die diese Berufe betreffs des Verdienstes oder wenigstens des felsenfesten Weltbildes bieten, das Allerschlimmste häufig abgemildert wird. Am besten aber haben es ohne Zweifel diejenigen Zeitgenossen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, denn umschwebt nicht eine ewige Heiterkeit ihr Tun, ein Hauch herrlicher, beschwingter Unwichtigkeit, von dem all die Kunst und erst recht das sonstige Berufswesen nur träumen kann! Also, sage ich: Augen auf bei der Berufswahl!

Und alle mal mitschunkeln, Norbert W. Schlinkert

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