Roman & Wa(h)rheit

Die Wahrheit ist doch, daß manche Leute so lange behaupten, ein Roman sei heutigentags überhaupt keine Kunst, könne überhaupt keine Kunst mehr sein, das Schreiben an sich gehöre gar nicht mehr in den Bereich der Künste, und wenn dann eben nur in den Bereich der strikt nur unterhaltenden, bis die meisten Menschen das glauben, weil es so schön bequem ist und in unsere schöne bunte Warenwelt so prima paßt, in der der Autor dann eben ungefähr so wichtig ist wie der Drucker oder der Auslieferungsfahrer des Zwischenhändlers oder wie das Auto des Fahrers des Zwischenhändlers – na und, wott schällß! Außerdem ist es ja auch langsam mal Zeit, mögen viele Leser denken, den arroganten Säcken von Schriftstellern mal zu zeigen, wo der Hammer hängt, denn was bilden die sich ein, wer sie sind!? Letzteres ist eine ganz wichtige Frage, will mir scheinen, denn sich etwas einbilden ist ja das Einzige, was wir Autoren oder wenigstens einige von uns überhaupt richtig können, bei allem anderen Tun sind wir doch meist Laien und völlig hilflos. (Im Gegensatz zu den meisten Lesern, von denen die Mehrzahl wohl davon überzeugt ist, durchaus, wenn man denn möchte, einen Roman schreiben zu können, denn schreiben kann man ja, ist ja keine Kunst.) Was also muß geschehen? Und muß überhaupt etwas geschehen, denn nach Ansicht mancher Zeitgenossen herrscht an guter Literatur ja überhaupt kein Mangel (trotz der Auswahlkriterien der großen Verlagshäuser), wohingegen ich sagen muß, ich finde sehr selten etwas wirklich Gutes unter all den Neuerscheinungen, ganz, ganz selten, aber wahrscheinlich liegt das an mir und meinen hohen Ansprüchen – ihh, bäh, pfui, hohe Ansprüche! Wo kämen wir denn da hin!? Ja, das wäre die Frage gewesen!

 

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