Die FAZ zensiert Leserbrief zum Tod von Marcel Reich-Ranicki

Was soll man dazu sagen, FAZ.NET hat meinen Leserbrief zum Tod von Marcel Reich-Ranicki nicht veröffentlicht und gelöscht. Aber halb so wild, liebe FAZ.NETzler, das hatten wir ja schon öfter bei Leserbriefen aus meiner Feder. Während gelegentlich bei bestimmten Themen aggressive und sogar ausländerfeindliche Leserbriefe mir nichts dir nichts durchgewunken werden, sind euch bestimmte Ansichten einfach suspekt. Kann ich verstehen, klar! Sagt doch aber gleich, daß ihr nur Lob und untertänige Verehrung lesen wollt von Leserbriefschreibern, die wie von Sinnen sind vor lauter Trauer um einen Menschen, den sie nicht mal kannten. Ob Marcel Reich-Ranicki das alles wohl gefallen hätte, ihm, dem Literaturkenner? Ich schrieb übrigens das Untenstehende gestern spät am Abend in das Kommentarfeld, und nein, ich bin euch nicht böse, ihr tut ja nur eure Pflicht. Außerdem, das sollte ich wahrscheinlich einsehen, ist das von mir so frech Geäußerte auch einfach zu pietätlos:

„Man sollte bei aller Lobhudelei und bei aller Trauer nicht vergessen, daß Marcel Reich-Ranicki auch nicht wenige (junge) Autoren, die (noch) kein Standing im Betrieb hatten, „tot“kritisiert hat und für manch überthomasmanngroßen Autor, wie etwa Robert Musil, kein Verständnis hatte. Immerhin aber war er als Kritiker auch selbst ein recht guter Autor, das ist selten in diesem Berufsstand und muß hervorgehoben werden, vor allem wenn man den literarischen und auch historischen Wert seiner Autobiographie anerkennend berücksichtigt. Schade natürlich, daß Günter Grass ihn überlebt, das hat Marcel Reich-Ranicki nun wirklich absolut nicht verdient!“

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