Spaß & Ödnis

Ja nu‘, ich hab mit der Recherche für den neuen Roman begonnen. Das wird alles, das weiß ich schon vorher, sehr umfangreich werden, denn einfach mal meine eigene Psyche zwecks Romanschreibens auszuschlachten, geht mir sowohl zu weit als auch nicht weit genug. Außerdem macht mir das Hineinarbeiten in vergangene Epochen und in mir nicht ausreichend bekannte Berufsfelder und Fachgebiete Spaß, und darum geht es ja ohne jeden Zweifel bei der Arbeit, um Spaß. Nicht im Sinne des Treibens fröhlichen Unsinns natürlich, sondern im Sinne des Sinnes, den das macht. Besonders ergiebig ist mir solch ein Tun immer dann, wenn es zeitgemäß ist und die Gegenwart betrifft, und das tut es, wählt man als Sujet für den Roman Zeitloses – davon gibt es übergenug, ja es scheint mir sogar so, als gäbe es kaum eine Thematik, die im Strudel der Zeit auf immer versunken ist. Alles noch da: Liebe und Leid, Krieg und Verrat und Betrug, Wahnsinn, Gier, Geiz, Gewalt, Mut und Schwermut, die Lust am Schöpferischen und am Spiel, und was einem sonst noch alles so einfallen mag. Die Schwierigkeit ist dabei nur, eine Geschichte zu komponieren, die in sich funktioniert, die sie selbst ist. Und wie gesagt, ich mach mich ran, der Wahnsinn geht weiter, und das ist auch gut so, denn allem anderen, so wurde mir kürzlich mitgeteilt, wohnt die Ödnis inne.

Dieser Beitrag wurde unter NACHRICHTEN aus den PRENZLAUER BERGEN! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten auf Spaß & Ödnis