Aus dem Bild getreten

Schere er sich fort, hebe sie sich hinweg, mache er sich vom Acker, siehe sie zu, daß sie Land gewinnt, verkrümele er sich, verpisse sie sich einfach! Das ist nur eine kleine Auswahl der Ausdrücke, die einem in den Sinn kommen, wenn man denn selbst an Ort und Stelle verbleiben und einen anderen entfernt sehen möchte, ohne dies tatkräftig selbst zu bewerkstelligen – eine deutliche Ansage sollte da im Regelfall schließlich reichen. Allerdings setzt dies eine gewisse Autorität voraus, die sich etwa auf Grundbesitz gründet oder auf ein Gewohnheitsrecht. Ist die unerwünschte Person dann aber entschwunden, steht man nicht selten ohne ein Gegenüber da, was auch wieder nicht schön ist – Geduld ist gefragt, auf daß ein angenehmerer Zeitgenosse sich bequeme, einem Gesellschaft zu leisten. Kommt aber keiner, wie üblich, so stelle man sich einfach vor einen Spiegel, betrachte sich eine Weile und beginne dann eine Diskussion, etwa darüber, ob solch ein elendes Artikelchen wie dieses hier ein Existenzrecht in dieser Welt besitze oder nicht. Ich würde sagen, nein, die Welt ist besser dran ohne Artikelchen wie dieses, während mein Gegenüber auf das Recht der belanglosen Äußerung pocht und dies auch noch für eine Pointe hält. Weiha, denke ich, was für ein Trottel er doch ist! Folgerichtig trete ich aus dem Bild – und weg ist er! So einfach kann das Leben sein.

Norbert W. Schlinkert, Steine 1

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6 Responses to Aus dem Bild getreten

  1. phyllis sagt:

    Ihre Steine, so innig aneinander geschmiegt: noch ist nicht alles verloren!

  2. Ja, die Steine haben den Bogen raus!

  3. phyllis sagt:

    Schlagfertig heute, wa?

  4. Kommt alles vom Müßiggang – kann ich Ihnen nur empfehlen!

  5. phyllis sagt:

    Ich arbeite hart daran! ; )

  6. Das Gehen dabei nicht vergessen!