Zwischenetappe 2014

Dumm müßte man sein, dumm und naiv! Was könnte man sich nicht amüsieren, was gäbe es nicht für ein supertolles Unterhaltungsangebot, hätte man nur auf dieses Nachdenken, was ja immer ein Vordenken ist, verzichten können! Aber nein, man war ja so dumm, die Dummheit und Naivität so vieler Menschen in seinem Umfeld als so abstoßend zu empfinden, daß man sich ganz jung noch dachte, nee, so will ich nicht werden, so will ich nicht leben, so will ich nicht sein. Tja. Und jetzt? Jetzt muß man erkennen, daß es die Dummen und Naiven sind, die den Lauf der Welt noch immer bestimmen, einfach deswegen, weil sie immer in der Mehrheit sind mit ihrer Gier und ihrer Angst vor Langeweile, was die etwas weniger Naiven und Dummen leidlich auszunutzen wissen unter Umgehung dieser lustigen Sache von früher, als man wirklich noch glaubte, Eigentum verpflichte einen Menschen gegenüber der Gemeinschaft, ein Unternehmen sei dem Gemeinwohl verpflichtet. Ha, drauf geschissen!

Vor hundert Jahren führte kollektive Dummheit zum Großen Krieg, später Erster Weltkrieg genannt, und heute, im Jahr 2014, steht die Frage im Raum, wie sich gegen die neuste Art des Irrsinns zur Wehr setzen, die da aus den USA kommt und NSA heißt und zu einer neuen Art der Diktatur führen wird, beziehungsweise, seien wir doch nicht naiv, schon geführt hat. Ein Stichwort ist Erpressbarkeit, denn wer die Daten hat, hat die Macht. Sie wollen Bürgermeister unserer schönen Stadt werden? Aber bitte, gerne, lassen Sie sich wählen, aber denken Sie immer daran, wir wissen, welche Websites Sie wann besucht haben! Und nicht nur das! Wir wissen alles, alles über Sie! Also, viel Erfolg!

Beati pauperes spiritu, selig sind die Armen im Geiste, so heißt es ganz richtig. Wer nicht zum richtigen Zeitpunkt aufgehört hat, sich weiter zu entwickeln, der hat’s schwer, denn zwar gibt es allüberall Fortbildungsseminare, damit man noch besser funktioniere, doch Rückbildungsseminare, nö, Fehlanzeige. Manch schlauer Kopf probiert allerdings auf eigene Faust, der Dummheit und Naivität habhaft zu werden und konsumiert Drogen allerlei Art, das ist natürlich einen Versuch wert – aber erst, das sei euch gesagt, wenn euch jedwede Schlagerparade und die komplett inhaltslose Neujahrsansprache der Kanzlerin wirklich glücklich macht, wirklich und ganz in echt glücklich macht, seid ihr am Ziel. Erst dann! Nun ja, wohlauf denn, verdumme und gesunde, deutscher Mensch des Jahres 2014! Ich wünsche ein Frohes Neues Jahr!

Dieser Beitrag wurde unter NACHRICHTEN aus den PRENZLAUER BERGEN! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Responses to Zwischenetappe 2014

  1. Iris sagt:

    Auch Ihnen, lieber Norbert, ein gutes neues Jahr!
    Mögen Ihnen auch in den nächsten 365 Tagen nie die Gründe zum Lamentieren ausgehen. 😉
    Ich werde hier jedenfalls mit Vergnügen weiterlesen.
    Herzliche Grüße,
    Iris

  2. Doch, doch, liebe Iris, manche Gründe zum Lamentieren würde ich mir ernsthaft wegwünschen, aber die Zeiten, als das Wünschen noch half, dürften vorbei sein – sage ich mal, darüber wohl zurecht lamentierend. Außerdem, irgendjemand muß es ja tun, und sei es nur, um einigermaßen lesenswerte Texte in die Welt zu posaunen.
    In diesem Sinne,
    herzlich,
    Norbert

  3. phyllis sagt:

    Auch ich, lieber Norbert, freu‘ mich auf ein weiteres Jahr in Ihrer knurrigen Gesellschaft!
    Alles Gute und Liebe!
    Phyllis

  4. Knurren und Murren ist im Preis inbegriffen, liebe Phyllis, denn Klappern gehört zum Handwerk der Wahrheitserfindung, wie das Kleckern zum – Klecksen! Klotzen hingegen …