Ideenjongleur

Ich bin nicht der einzige Mensch, der sich fragt, was er am allerbesten antworten solle, wenn er gefragt wird, was er denn so mache, also beruflich treibe, welche Profession er ausübe. (Letzteres fragt kein Mensch, obwohl die Frage nach der Profession meiner Ansicht nach die angemessenste wäre. So kann man sich absetzen von dem, was man aus anderen Gründen zu tun genötigt ist.) Zuletzt erst versuchte ich mich an diesem Thema, Sie erinnern sich, und nun also abermals. Vielleicht, überlege ich also, sollte ich den Fragenden nicht mit einem Begriff konfrontieren, Autor, Schriftsteller, Kulturwissenschaftler, Schlafmütze (oder was weiß ich), sondern sagen, was ich eigentlich und auch im übertragenen Sinne tue. Also, aufgemerkt: „Eigentlich tue ich nichts anderes, als mit Ideen zu jonglieren, wobei mir die ein oder andere auch mal entgleitet und zu Boden fällt oder sich in Nichts auflöst, während wieder andere wie aus eben diesem Nichts heraus dazukommen, die ich dann wie die verbliebenen in Bewegung zu halten trachte, von einer Hand in die andere gleiten lasse und werfe, sie hoch und höher schleudernd oder eng bei mir haltend, sie mit Stirn und Schulter und Ellenbogen und Fuß und Oberschenkel und wie auch immer bearbeitend, ihnen so Leben spendend, bis denn das Ganze rund und stimmig ist und sich schließlich zu einem Text verdichtet …  ja, mein Gott, verstehen Sie das denn nicht, man weiß doch wie ein Jongleur mit Bällen jongliert, so eben ich mit Ideen! Ich bin ein Ideenjongleur, ein Jongleur des Idées (Phyllis, Hilfe! Mein Französisch reicht nur bis zur nächsten Post!), das wird sich doch wohl noch fassen lassen, Herrgöttinsakramentnocheins!“ Manno!

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