Traumhaft, Sinnhaft

Im Gegensatz zu den meisten anderen Schriftstellern, die fürchterlich eitel sind, geht es mir ausschließlich um meine Texte und deren Qualität. Eitelkeit in Maßen ist zwar gut für die Gesundheit, der Kunst aber schadet sie gemeinhin. Bescheidenheit allerdings dürfte auch nicht unbedingt die Eigenschaft sein, die man in dieser Welt mehr als nur sehr selten gut gebrauchen kann. Gibt es eine dritte Möglichkeit, frage ich mich also seit je her, Erfolg zu haben und somit auch ausreichend viele buntbedruckte Papierscheine zugesteckt zu bekommen? Klar, man kann’s versuchen: in Verbände eintreten, sich engagieren, sich absolut überall blicken lassen, sich hochschlafen, zufällig den Geschmack eines Kritikers treffen, naja, so’n Zeuchs eben. Oder aber: träumen – denn ist nicht der Traum, frage ich, das Traumspiel allein das, was dem Schriftsteller entsprechend ist, das einzige, was ihn zu umfangen und zu erfüllen vermag? Verhaftet in der Unendlichkeit des Traums. „Träum weiter!“ ist so ein Spruch, den ich oft zu hören bekommen habe und auf den ich nichts zu erwidern wüßte, außer vielleicht, dass ich doch lieber träume als am Ende Literatur auf eine Weise zu verkaufen wie andere Leute Socken oder Autos – aber das sage ich nicht, denn eben darum geht es ja schließlich! Oder?!

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