Der Einzelmensch (Gedicht)

Der Einzelmensch

ist niedlich’ Würmchen erst und schwach

doch nach Jahren ist das Gröbste überwunden

erwachsene Lust und Triebe werden wach

und endlich hast du dich dann selbst gefunden

 

All die Kindheitsfreuden von früher mal

billig sind sie und liegen beim Discounter

so manches wird dir reizlos nun und schal

dein Trieb sagt mehr und mehr – so raunt er

 

Welt und Wandel streuen Blumen dir

auf den Lebensweg die blendende Karriere

solang’ du Geld hast für Genuss und Gier

gilt dir der Spaß am Sein wie Ruhm und Ehre

 

So kann es weitergehen mit deinem Leben

weil du schlau bist und dich nicht irrst

man goutiert dein Tun und all dein Streben

setzt schon Wetten auf dass Chef du wirst

 

Selbst das Immerweiter als Fehler im System

hast du perfekt im Kopfe und im Portfolio

den Gleichgesinnten ist das immer angenehm

denn Kritik ist ja ein Teil des Immerweiterso

 

Und bald bist du sehr reich und mächtig

du schontest nie die andern und nicht dich

kleine Freuden sind dir teuer nun und prächtig

niemand von den Treuen lässt dich je im Stich

 

Der and’re Mensch jedoch ist Dir bloß Untertan

soll handeln nur in deinem Sinn und deiner Sache

muss dienen wie ein Sklav’ & sei es schierer Wahn

doch bald schon nagt der Wurm an dir – aus Rache

 

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