Augustbrief 2010

Der August ist, entgegen landläufiger Meinung, der fürchterlichste aller Monate – da ist ja der November noch hoffnungsfroher!

O, du lieber Augustin,
Augustin, Augustin,
O, du lieber Augustin,
Alles ist hin!

Rock ist weg, Stock ist weg,
Augustin liegt im Dreck.
O, du lieber Augustin,
Alles ist hin!

Jeder Tag war ein Fest,
Jetzt haben wir die Pest!
Nur ein großes Leichenfest,
Das ist der Rest.

(Volkslied [Auszug])

Ganz so negativ muß man den August natürlich nicht sehen, immerhin regnet es in den Prenzlauer Bergen jetzt ordentlich. Statt 38 Grad nun eben 21 und Waschküche. Aber Wetter haben wir ja jeden Tag, da muß man kein Wort drüber verlieren. Da gibt es Wichtigeres, zum Beispiel das vieldiskutierte Vorhaben, die Gehwege in den Prenzlauer Bergen mit Mittelstreifen auszustatten und das Rechtsgehgebot einzuführen; da wo Platz ist, soll es sogar Überholspuren geben. Endlich mal eine prima Idee von der SPD, die nicht nach Sozialismus riecht! Weiter so!

Das muß sie sein: die Apokalypse! Überall Feuer oder Wasser, von Öl und Wasser ganz zu schweigen, ausgerechnet in einem Monat, in dem die Führungseliten im Urlaub weilen. Nur Weihnachten wäre ein noch schlechterer Zeitpunkt gewesen. Wer denkt sich so was aus? Gott kann’s nicht gewesen sein, der macht mit Nietzsche einen Wanderurlaub auf Beteigeuze, ein sogenanntes Sternwandern. Da will man natürlich nicht stören. Aber eine Lösung muß trotzdem her, doch nach allem was man hört, sollen sich Putin und Fantomias schon zusammengetan haben, um gemeinsam mit Harry und Platte das Ungeheuer zu bekämpfen. Welches Ungeheuer? Nein, nein, nicht der Sozialismus ist gemeint, auch nicht der von Obama, nee, die Natur ist es, die bekämpft werden muß, mit allen Mitteln. Da muß man schon mal ein paar Urlaubstage opfern.

Die Dynamik ist vorerst vorüber – ganz sicher. Alle zwei Jahre ein neuer Laden, alles noch quietschbunter als zuvor? Pustekuchen, nu‘ bleibt’s wie es ist. Der Begriff des Alteingesessenen, bisher in den Prenzlauer Bergen ein Fremdwort, setzt mehr und mehr Wirklichkeit an. „Der arbeitet da doch schon seit über zehn Jahren“, solch ein Satz ist jetzt möglich. Ist das die Possibility? Die Prenzlauer Berge werden normal!? Kann ja spannend werden!

21. August 2010: Ein großer Künstler ist gestorben.

© und alle denkbaren Rechte weltweit und darüber hinaus bei Norbert W. Schlinkert 2010

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