Oktoberbrief/1 (2011)

Nun also hat der Wartezustand ein Ende gefunden und sich selbst in den Anfang verbissen. Die neue Website ist da! Das Warten ist ja eine geistige Bewegung von etwas weg, dem Warten, zu etwas hin, dem Erwarteten. Warten ist somit Stillstand und Bewegung, so wie das Fahrradfahren Stillstand und Bewegung ist. Friedhelm Rathjen schreibt in seinem Aufsatz ‚Becketts Fahrräder‘: „Vielmehr müssen wir Becketts Fahrrad als eine Art Unendlichkeitsmaschine betrachten […]: der Radfahrer bewegt sich – in Relation zur Landschaft – kontinuierlich voran, aber er tritt – in Relation zur von ihm bewegten Maschine – immer auf der Stelle. Laufräder, Zahnkränze und Kette bewegen sich unablässig voran und verändern sich doch nicht, weil sie endlos sind. Alle Einzelbewegung ist in Zyklen eingebunden und führt wieder auf den Ursprung zurück, was folglich heißt, daß diese Abläufe prinzipiell unendlich sind.“ (In: ders.: ‚weder noch. Aufsätze zu Samuel Beckett‘. Scheeßel 2005. S.39.)

 

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