Ist das Teufelchen geduldiger als ich?

Es ist nichts weiter als eine Stimme, die aus dem Nichts kommt. Also gut, Stimme aus dem Nichts: Halt‘ die Klappe! Leider funktioniert das nicht, sie wird weder leiser noch lauter, weder eindringlicher noch unauffälliger, sie sagt einfach immer nur das Selbe. Niemand wird Deinen Roman, sagt die Stimme, verlegen wollen, warum quälst Du Dich so mit ein, zwei Sätzen oder Formulierungen, mit der Zeitschiene und den Anschlüssen und dem ganzen Kram – es lohnt sich nicht! Ich sage dann, daß der Text des Romans mir selbst beim Überarbeiten Spaß macht, ich lese ihn gerne, sage ich, doch das Teufelchen behauptet einfach, ich löge mir in die eigene Tasche. Sowas! Dann sagt das Teufelchen noch, ich könne mir doch alles selber ausrechnen, denn selbst wenn ein Verleger so verrückt wäre, meinen Roman zu verlegen, wer würde ihn kaufen? Und selbst wenn einer den Roman kaufte, würde er ihn dann lesen? Wohl kaum, sagt das Teufelchen. Ich widerspreche natürlich, doch jetzt behauptet es sogar, ich machte mich lächerlich, alle würden das sehen. Da werde ich natürlich wütend und schrei das Teufelchen an, doch es lächelt und fragt ganz süffisant, mit wem ich denn glaube zu reden. So weit sei es mit mir schon gekommen! Wer diesen Wettstreit wohl gewinnen wird?

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