Dem Roman seine Überarbeitung XI

Tatsächlich seriös ist meine Überarbeitungsarbeit ja nicht wirklich! Ich bitte Sie! Quasi im Selbstauftrag jahrelang einen Roman zu schreiben ist nicht seriöser, als sich jahrelang einer Forschungsarbeit zu widmen, die niemand bestellt hat. Die „Welt“ reagiert auf so etwas entweder gar nicht, oder doch eher mit äußerster Zurückhaltung; erst wenn sie überhaupt nicht mehr anders kann, gibt es Geld, Ruhm und Preise. Das hat schon Sören Kierkegaard erkannt, doch leider finde ich die Stelle nicht, außer in meinem Kopf. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. In meinem Roman, ich bin bei Typoskriptseite 100, kommt es übrigens immer öfter auch zu sexuellen Handlungen, doch erwarten Sie bloß nicht, daß das die Hauptsache ist. Natürlich werden die Protagonisten älter, da bleibt das nicht aus. Auch vollzieht sich nun bald die erste wirklich nennenswerte, lebensentscheidende Reise, sie wird den einen Protagonisten in die Nähe des anderen bringen, ja sie werden sich sogar treffen, ohne jedoch einander zu diesem frühen Zeitpunkt schon zu erkennen. So schnell geht das eben nicht, es ist ein Roman und keine Kurzgeschichte, da mäandert es natürlich, selbst wenn die Lektoren der Publikumsverlage das nicht so gerne sehen. Doch warum sollte ich meinen zukünftigen Lesern etwas vorenthalten, was unbedingt dazugehört, selbst wenn es im Klappentext keine Erwähnung finden wird – sie werden mir schon folgen, da bin ich sicher.

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2 Antworten auf Dem Roman seine Überarbeitung XI

  1. ANH sagt:

    Lieber Schlinkert,
    ich fände das ganz schön, wenn Sie immer mal wieder Auszüge aus der Überarbeitung in Ihrem Blog publizieren würden. Die bisherigen Auszüge stammen noch von 2011; spannend fände ich, immer mal wieder Änderungen mitverfolgen zu können.

  2. Lieber ANH,
    gut, daß Sie darauf hinweisen, das hatte ich tatsächlich irgendwie verdrängt, denn der unter ROMAN (bisher und nun eben nicht mehr) zu findende Text wird bald zu einer Art Nachschrift verdichtet, nicht aber Teil des eigentlichen Romans sein.
    Ihrem Ansinnen, Textausschnitte aus der Romanüberarbeitung zu publizieren, bzw. Veränderungen nachvollziehbar zu machen, möchte ich jedoch nicht entsprechen, sondern lieber weiter auf die Art berichten, die mir angenehm ist, denn zum jetzigen Zeitpunkt kann ich weder Nachfragen noch eine zweite Ansicht gebrauchen – ich arbeite da anders als Sie. Außerdem, Sie wissen es, habe ich ja erst recht wenig Literarisches veröffentlicht, nicht mal in den Verband deutscher Schriftsteller nähme man mich auf, so daß ich nun, gelinde gesagt, sehr angespannt und, ja, auch sehr empfindlich bin. Ich habe das Gefühl, es hinge alles am seidenen Faden. Wenn der Roman aus meiner Sicht fertig ist, wird er von einer befreundeten Schriftstellerin gelesen und dann hoffentlich bald auch veröffentlicht werden, das heißt, er muß zwingend veröffentlicht werden, weil ich alles andere, alles „Vernünftige“, seinetwegen vernachlässige. Den Anfang aber, den ich in der noch unfertigen Fassung von 2009 beim Autorentreffen in Münstereifel vorgetragen hatte, werde ich unter ROMAN teilweise einstellen, dann weiß jeder, wo und wie es losgeht. https://nwschlinkert.de/romane/horen-sagen-arbeitstitel/

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