Dem Roman seine Überarbeitung XVII

Jetzt wird es richtig spannend! Selbst für mich. Kennen Sie das, Sie lesen einen Roman nach Jahren zum zweiten Mal, Sie wissen in etwa, wie was passiert, und trotzdem hämmert Ihnen das Herz in der Lesebrust? Beim Überarbeiten meines Romans kann es schon mal sein, daß ich an einer Passage von zwei, drei Seiten oder auch nur einer halben Seite stundenlang arbeite, bis alles stimmig ist, dann wieder gehen mir zwanzig Seiten ganz leicht von der Hand, doch alles ist gut, alles ist ruhig – wenn aber diese Spannung auftritt, wenn ich wissen will, wie es weitergeht, obwohl ich es weiß, dann hämmert das Herz und es kribbelt hinter den Augen, eine Art Euphorie steigt vom Hals her auf, ich quatsche vor mich hin, gebe komische Geräusche von mir und so weiter. Ich könnte an einem literarischen Text nie in der Bibliothek arbeiten, ich flöge hochkant raus!

 

Dieser Beitrag wurde unter NACHRICHTEN aus den PRENZLAUER BERGEN! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert