Sommer Stadtwinter

Dinge, die nicht zu ändern sind, muß man hinnehmen – leicht gesagt, wenn man sich im ewigen Eis wähnt und draußen nur Schlitterabenteuer warten. Würde ich nur melancholisch werden ob der Gesamtlage, zu der das Wetter ja schließlich gehört, so wäre ich eben eine Weile melancholisch, wottschälltz, würde ich sagen, doch leider ist meine Gemütslage grad so, daß ich zur Heilung dringend Sommer oder wenigstens Frühling brauche, und zwar hier in Berlin oder zumindest auf meinem Balkon. Dringend! Ist das zuviel verlangt!? Immerhin, ich wies bereits letztens darauf hin, habe ich den Winter über mutmaßlich gute Bücher zu lesen, nicht nur Katarina Botskys In den Finsternissen, sondern auch noch Alfred Döblins Wallenstein und Franz Werfels Verdi (das Buch zum Verdi- und zum Wagner-Jahr), so daß ich zu lesen genug haben werde, wenn ich denn meine Zeit nicht grade dem Schreiben und dem Überarbeiten meines Romans, dem Pläneschmieden, dem Sorgenmachen und was da sonst noch so anfällt widme. Trotzdem fühle ich mich grauselig, selbst wenn das, ich gebe es zu, mit dem kommenden Weltuntergang zu tun haben mag. Warten wir’s ab.

 

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