Erleuchtung light

Für heute habe ich mir einiges vorgenommen – zuerst einmal will ich hier einen bedeutenden Beitrag schreiben, der die Prenzlauer Berge leuchten macht, sie in gleißendes Licht taucht, ihnen den Glanz verleiht, den sie schon immer verdienten – doch Sie ahnen es sicher bereits schon an dieser Stelle, mir fällt nix Erleuchtendes ein, das solch eine Erleuchtung auslöste, es sei denn, man könne neuerdings Energie aus Blödsinn erzeugen, was allerdings das Energieproblem dieses Planeten für alle Zeit löste. Bleiben wir also bei der guten alten Sonne und bedenken ganz beiläufig unserer Lektüre, Robert Musil, Alban Nikolai Herbst, Johannes Urzidil und Homer, ohne hier an dieser Stelle etwas dazu zu schreiben, denn woher die Zeit nehmen, wenn der eigene Romantext fleißig weiter bearbeitet werden will, wozu auch gehört, parallel eine Inhaltsübersicht zu erstellen, um anhand dieser dann Waschzettel unterschiedlicher Länge für die unterschiedlichsten Zwecke (Agentur, Stipendienbewerbungen usw.) herzustellen, damit am Ende nicht nur ich Freude an diesem Roman habe, denn das wäre ja ungerecht nicht zuletzt gegenüber dem Lesepublikum, das das unverblümte Recht hat auf lesenswerte Literatur, auch und besonders in Zeiten des wechselnden Lichts und der zuneige gehenden Akkuladungen im ungünstigsten Augenblick, denn was anderes hätte denn schon Homer getan als den Leuten Geschichten zu erzählen, die so wahr wie erstunken und erlogen sind, weil die reine Wahrheit und nix als die Wahrheit langweilig ist ohne die Lügengeschichten, die zuvor erzählt worden sind und die auch nach dem unendlich winzigen, luziden Augenblick der Wahrheit sofort wieder einsetzen, wie von selbst, ganz natürlich, ganz menschlich, weil wir uns doch alle auf dem Weg zur Erleuchtung wähnen, während unter unseren Füßen die Glühbirnen knirschen, so jedenfalls wird behauptet.

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