Auf die Länge kommt es an, und auf die Kürze!

Innen Sommer, außen Herbst, so will es die gegenwärtigste Gegenwart, denn im Schnürregen auf dem Balkon sind’s 15° Grad Celsius, in der Wohnung, dank der Hitze der letzten Woche, immer noch 25° Grad, da kann ich lüften wie ich will. Was nun bedeutet das literarisch? Nun, ich fürchte nix, wenngleich sich daraus eine kleine Geschichte machen ließe, deren Herstellung ich hiermit aber verweigere! Sollen doch die Diplom-Schriftsteller sich solcher Aufgaben annehmen, mir ist das durchaus nicht angenehm, denn tatsächlich bin ich der Ansicht, das Unbesondere als solches bestehen zu lassen als es selbst, das Besondere aber aus einer unendlichen Vielzahl solcher Kleinheiten und einiger weniger Besonderheiten zu komponieren, sozusagen nach dem Prinzip der Oper. Gedichte dürfen nämlich gerne kurz sein, Prosa aber habe ich gerne lang, als Roman oder auch als längere Erzählung oder Novelle. Alles Kurze macht mir seelische Schmerzen, hinausgeworfen fühle ich mich aus einer eben erst betretenen Welt, wenngleich es herausragende kurze Geschichten gibt, die nachklingen eben wegen ihres Herausragendseins. Wie kam ich drauf? Ach ja, wegen des Wetters, das sich gerne als nur kurze Erscheinung herausstellen darf, denn warum wohl sollte sich im Deutschen sonst Kürze und Würze so prima reimen. Auf Länge reimt sich hingegen nichts, was irgendeinen Sinn ergäbe – na also, haben wir auch das mal geklärt!

Nassesberlin, Norbert W. Schlinkert

 

 

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