Kunstkram

Früge mich jemand, was ich denn so treibe, so sagte ich, ich durchstöbere alten Kunstkram – selbsthergestellten selbstverständlich. Nach dem Abschluß des Romanmanuskripts drängt es mich nämlich durchaus auch mal wieder zu anderen Ausdrucksformen, und was läge da näher, als mir das in früheren Zeiten Verzapfte einmal wieder anzusehen! Von der Streichholzschachtel-Objektserie ‚FOCUS‘ zum Beispiel habe ich nicht alle Exemplare verkauft, so daß ich mich heute anheischig gemacht habe, sie neu zu arrangieren – und sieh mal einer guck, ratzfatz war’s getan.

Arrangement Objektserie 'FOCUS', Norbert W. Schlinkert

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Arrangement-Objektserie-FOCUS IV-Norbert-W.-Schlinkert.jpg

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9 Responses to Kunstkram

  1. phyllis sagt:

    Ausgesprochen charmant, Ihre Schächelchen! : )

  2. Danke! Ich habe sie aus der letzten Ecke unter dem Podest herausgekramt, erstens angeregt durch Freunde, die beide Kunst machen und die ich vor ein paar Tagen besuchte – und zweitens wurde ich ziemlich angefixt durch ein Buch, das mir besagte Freunde schenkten, nämlich den absolut grandiosen Ausstellungskatalog ‚david lynch – dark splendor‘. So krame ich also rum, wer weiß, was sich daraus ergibt!

  3. derdilettant sagt:

    Die Kunst besteht ja darin, die Dinge, also auch den Kram, reifen zu lassen. An Orten, die man nicht regelmäßig aufsucht. Dort schlummern sie bis sie beginnen zu riechen, man umzieht, oder Weggefährten aus alten Tage sich ihrer erinnern. Schön die Figur unten rechts, auf blauem Hintergrund – ist das ein testosterongesteuerter Gitarrero, oder ein auf die Knie gesunkener Minnesänger?

  4. Ja – die alten Sachen! Manche gereift, andere endgültig verdorben, aber immer sind sie Zeugnis einer Lebenszeit, die so oder so keine verlorene ist. Die Figur unten rechts ist tatsächlich ein „testosterongesteuerter Gitarrero“, kurz vor der Ekstase!

  5. derdilettant sagt:

    „kurz vor der Extase“ – wahrscheinlich so wie ich es mal vor Jahren im Tagespiegel wunderbar lakonisch auf den Punkt gebracht als Unterschrift unter einem Foto las: „Gary Moore kurz vor Erreichen der Subdominante“

  6. Ob der Begriff „Subdominante“ musikwissenschaftlich zu halten ist, kann ich nicht beurteilen, aber gut anhören tut er sich und jeder, der das gute alte Gitarrensolo noch im Ohr hat, weiß, was gemeint ist. Uiiihhoioioihhhhhuuiiiiii…

  7. derdilettant sagt:

    ahhh! Schlinkert springt so eben auf die Brüstung seines Balkons und legt ein Luftgitarrensolo hin das sich gewaschen hat – das herbeiströmende Volk unten tobt… Nun gilt es, nicht abzustürzen…
    Die Subdominante übrigens feiert ja, spätestens seit Adorno tot ist, wieder fröhliche Urständ‘ Da hab ich auch garnichts dagegen 🙂

  8. Ich kann im wirklichen Leben ja nur Satzkaskaden und keine Gitarrensolos, so daß wirklich nur die Luftgitarre auf der Brüstung bliebe – theoretisch. Was aber wirklich und wahrhaftig in all ihrer Bedeutung eine Subdominante ist, kapier ich absolut nicht, weil mir da dummerweise die musikalische Bildung fehlt, was im Endeffekt auf eine kulturelle Behinderung hinausläuft, wie ich wohl weiß. Zum Glück aber kann man Musik hören und muß sie nicht lesen!

  9. derdilettant sagt:

    Vergessen Sie das mal mit der Subdominante. Das ist was für Menschen, die das, was sie bei Musik empfinden, mit Zaunlattengroßen Begriffspfählen in den Boden rammen müssen, damit sie sich dann daran festhalten können. Das war ja auch das Lustige an dem Tagesspiegel-Subtext: der Moore schraubt sich in emotionale Höhen ohne auch nur die geringste Ahnung von Subdominanten zu haben…