Ins Blaue hinein

Ich bin ungehalten – also das Gegenteil von Gehalten, so wie man zum Beispiel gehalten sein kann, zu schweigen. Hach, was ist die deutsche Sprache doch schön, es ist eine der schönsten Sprachen der Welt, da beißt die Maus kein‘ Faden ab, sowohl klanglich als auch ihre Ausdrucksmöglichkeiten betreffend. Natürlich gibt es noch andere schöne Sprachen, aber da kann ich mangels Verstehenkönnens nur den Klang schön finden, wie zum Beispiel bei den klanglich eng verwandten Sprachen Finnisch und Japanisch, was sich vor allem in Liedern zeigt. Auch das Polnische kann sehr schön sein … ja, sicher, der Einwand versteht sich ja von selbst, das hängt natürlich immer auch sehr vom Sprecher bzw. von der Sprecherin und der Situation ab: gebrüllt ist keine Sprache schön. Ist eh alles subjektiv, klar! Aber darauf wollte ich eigentlich gar nicht hinaus, imgrunde wollte ich Sie, liebe Leser:innen, nur mal so gehörig zutexten und eine Menge kleiner Gehässigkeiten loswerden, denn befinden wir uns nicht alle gleichsam auf der Agora der Neuzeit, nur daß es nicht wie zu Sokrates‘ Zeiten allein mündlich hin- und hergeht, sondern eben schriftlich, es aber die Möglichkeit gibt, zu antworten, etwa so, als befände man sich vis a vis im Gespräch. Also texten Sie ruhig zurück. Schweigen können Sie natürlich auch.

Ja, wie gesagt, ich bin ungehalten! Außerdem bin ich müde, in Sorge, in Zweifeln befangen, aber eben auch voller Pläne für die sogenannte Zukunft, denn nichts bleibt, wie es ist, ergo es gilt, sich nicht treiben zu lassen, sondern Menschen zu finden und dazu zu bewegen, mitzutun und, so die Idee, in ein paar Jahren etwas Gemeinschaftliches aufzubauen, ganz ohne esoterischen Quark und Anhimmelung von Vermeintlichkeiten natürlich, jaja, darauf muß ich bestehen, denn Denkfaulheit und ergebnisorientierte Naivität ist mir ein Greuel. Genaues verraten tue ich hier natürlich nicht, außer, daß es sich bei den zu Bewegenden um solche handelt, die schon von sich aus bewegt sind, zu teilen vermögen, ihre Haustiere und ihre Arbeit nicht wichtiger nehmen als ihre Freunde und eben Geld nicht um des Geldverdienens verdienen, sondern um selbständig leben zu können. Keine Sorge, die Leute, die mich nun mal wieder des Zynismus‘ zeihen wollen oder sich jetzt angesprochen fühlen und beleidigt sein könnten, lesen das hier gar nicht, das ist die Gnade des Nichtlesenwollens der Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen, doch auch bei diesen gebe ich die Hoffnung nicht auf, daß sie der Vereinzelung zu Lasten des Einzelnen entgegenzutreten und selbständig zu denken bereit sind, denn nur so kann grundlegendes Vertrauen aufgebaut werden. Tja. Aber bevor ich hier noch ein weiteres Faß aufmache und vor lauter Schwafeln noch hineinfalle, stürze ich mich doch lieber in meine Arbeit, die eben der Verwirklichung von Ideen dient – da staunen Sie, was!? Dazu passend habe ich letztens den blauen Himmel über den Prenzlauer Bergen fotografiert, so Richtung Unendlichkeit – hier ist er:

Der Himmel so blau, Norbert W. Schlinkert

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