Das gemeine literarische Weblog

Das gemeine literarische Weblog ist so langsam, scheint mir, den Kinderschuhen entwachsen, richtet aber auch keinen Schaden mehr an. Schade. Alles ganz nett also, kaum eine Spur noch der Aufgeregtheiten, als es, Sie erinnern sich sicher, um allerlei Grundsätzliches ging und sich die Kontrahenten bis aufs Blut peinigten, als noch Negerkönige gegen Südseekönige kämpften und Adornojünger gegen Antiadornoisten, Österreicher gegen Deutsche, Grassisten gegen Grasshasser, Aléatoriker gegen Antialéatoriker, Gleichberechtigungsanhänger gegen Feministinnen und so weiter und so fort. Aus. Vorbei. Gewesen. Alles ruhig. Nicht mal bösartige Trolls machen sich in nennenswerter Anzahl noch die Mühe, anständige Schriftsteller:innen übelst zu beschimpfen. Lohnt sich nicht. Nun wird also zur See gefahren. Und nach Paris. Es werden Stadtteile besichtigt. Fotos gemacht und gezeigt. Weblogger interviewen sich selbst. Lyrik entsteht und steht da. Bücher werden besprochen und allseits gelobt, Widerspruch zwecklos, wird weggenickt. Alles schön. Alles easy. Alles gut. Alles supergeil! Schönen Tag noch!

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