Schmunzeln

Ein Schmunzeln, ich mach mir selbst eine Freude. Mir nichts vor. Ich denke nach, ziellos, manches fällt mir ein: vor dreißig Jahren etwa, der Lehrer eines Freundes, ich erinnere mich, der mir sagte, ich mache es mir aber sehr leicht, wenn ich Ehrlichkeit fordere von mir zuerst und damit auch von anderen. Das sollte und könne ich nicht tun. Ich hatte mich dergestalt geäußert und erntete, das bemerkte ich durchaus, scheele Blicke. Sicher, das habe ich kurz darauf selbst begriffen, sich selbst und anderen eine Rolle vorzuspielen ist das, was erwartet wird, denn damit rechnen alle und stellen sich darauf ein – fast alle zumindest. Mir aber wird das Rollenspielen schnell nicht nur langweilig, es wird mir leicht auch zuwider, schon einfach deswegen, weil mir jeder neue Tag ein neues Leben ist. Dabei weiß ich längst, daß Wertschätzung nur dann gewährt wird, wenn man denn seine Rolle zu spielen vermag, kontinuierlich, wenn man in seiner und mit seiner Rolle funktioniert. In dieser Hinsicht jedenfalls habe ich versagt, denke ich mir jetzt und schmunzle, allein nur für mich selbst.

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