Das System

Wenn die neue Empfindsamkeit auf die kaum noch gezügelte Welt des Durch-und-Durch-Kapitalismus trifft, braucht es keine Träume mehr, um Monster zu gebären. Alles schon schönste Gegenwart: die Durchkapitalisierung aller Lebensbereiche, von Liebe und Sex über den Sport bis zur Gastfreundschaft, die Totalüberwachung jedes einzelnen Menschen, damit der Terrorismus nicht so alleine ist und noch ein Schwesterchen bekommt, dazu noch der neue, alte Drang, an etwas glauben zu wollen, zu müssen, ob Gott oder Geld oder Fortschritt oder Spaghettimonster oder gleich das Gute – Hauptsache man ist nicht so allein mit sich oder den anderen, die aber am besten das Selbe denken und glauben, denn sonst wüßte man ja nicht, über was und über wen (die anders Anderen) man reden sollte. So ist die Lage. Die schlechte Nachricht ist, daß all jene, die sich wohl fühlen im System, dem System nur Material sind (stimmt, hört sich ein wenig nach Faschismus oder Kommunismus an!), während die, die am und im System leiden und sich nicht wohlfühlen können, das auch besser nicht sollten, weil nämlich das System sonst kaputt wäre, ohne sie. Und wer will das schon?

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