Prosagedicht V / Augentropfen

Augentropfen

Früher, da weinte sie
gerne
ins Spülwasser.
Dann kaufte
er ihr
eine Spülmaschine.
Seitdem ködert
sie ihre
Tränen
ohne ihn.
 
 Polaroid 28 (NB 1) Norbert W. Schlinkert
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 >>>Gedichte
 
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4 Responses to Prosagedicht V / Augentropfen

  1. read An sagt:

    (Das) Augentropfen! Oder Tränen als Spülwasser.

    Ein schönes, sehr spezielles Gedicht! Ich schrieb mal eins über eine >>>Augensalbe.

  2. Ein Freund merkte mal zum Thema Zumklorennerei in der Oper an, manch einer führe seine Tränen eben über die Blase ab. Naja, raus müssen sie so oder so.

  3. read An sagt:

    Schwache Blase? Ihr Freund.

    Ich selbst kann viele viele Stunden anhalten. Und ich mag den leichten(!) Druck auf der Blase beim Sex. Wenn man sie vorher nicht „entleert“ hat. Es sei denn, er ist zu groß. -Also der Druck.

    Tränen im Gesicht sind doch was Schönes. Denn auch in der Anatomie gibt es so wunderbare Bezeichnungen wie z.B. das Tränenbein (Os lacrimale). Und nimmt man es wörtlich, dann erzeugt es ein recht poetisches Bild. Ein Bein, rein aus Tränen bestehend. Oder von Tränen umnetzt.

    So im Durchschnitt soll der Mensch ja, je nachdem wie oft er weint, bei durchschnittlicher Alterserwartung, am Ende seines Lebens ungefähr eine Badewanne voll Tränen vergossen haben.

  4. Der, von dem die Rede war der Rennerei wegen: ja. Ist aber glaube ich eher nur psychisch, einer gewissen Lebensunzufriedenheit wegen.

    Sie mögen einen leichten Blasendruck beim Sex? Als Mann geht man ja vorher auch nicht unbedingt die Blase entleeren, aber das hat ja auch direkt Sinn, da ja Stau und Druck naturgemäß der Sache dienlich sind.

    Tränen im Gesicht, die Spuren, die sie warm ziehen – ja, das kann unmittelbar auch trösten, gar reinigen. Der Augenblick des Versiegens, des Beisichseins …
    (Eine Badewanne voll!)