Maibrief 2011

Der Mai beginnt mit dem ersten, für den ich mir wünsche, alle mögen zuhause bleiben und Maibowle trinken! 

Über den Sinn einer Sache nachzudenken ist nicht immer sinnvoll. Die gute Aléa Torik hat da im Moment so ihre Zweifel, vor allem auch was den Sinn des Schreibens im Netz angeht.
http://www.aleatorik.eu/2011/05/01/das-gute-und-das-wenige-weniger-gute/
Natürlich spricht sie nicht der vollkommenen Kommerzialisierung der Kunst das Wort, vielmehr möchte sie für ihre gute Arbeit auch gutes Geld bekommen. Wer würde ihr da widersprechen, außer vielleicht jene, die mit der Arbeit des Schriftstellers ein gutes Einkommen erzielen, weil sie seine oder ihre Werke bearbeiten, verlegen, binden und drucken – denen müßte man es nämlich wegnehmen, und da jene irgendwie am längeren Heben sitzen, wird alles bleiben, wie es ist. Oder nicht?

Wie war das noch? Jeder Mensch bekommt irgendwann seine fünf Minuten Berühmtheit – so heißt es doch!? Wollte ich nie haben, denn die Zeit danach ist lang und länger.

Der schon wieder, der Lars von Trier – hat der doch tatsächlich auf eine dämliche Journalistenfrage eine dämliche Antwort gegeben, voll von Ironie und Zynismus (= Zyronismus [das Wort habe ich soeben eigens erfunden]). Der nächste seiner Filme behandelt dann die Abschaffung von Journalisten durch Gewalt. Lustig wird’s werden.

Ob das wohl nicht hierhergehört, nicht nur weil der 31. Mai des Jahres 2011 seine Zähne in das Fleisch der Menschheit schlägt bzw. geschlagen hat!? Ich frage mich seit Tagen mehr oder weniger betrübt, was verhindert eine höhere Qualität von Literatur, doch die Antwort ist klar: die Kritiker, die großen Verlage und die Leser, denn aus dieser Konstellation heraus ergibt sich eines nur, nämlich die Macht der Kritiker, der großen Verlage und der Leser über diejenigen Zeitgenossen, die das Produkt zu liefern haben in eben der Art und Weise und der Form, wie es die Kritiker und großen Verlage und die Leser bestimmen. Das ist die Wahrheit – und da soll man keine schlechte Laune kriegen? Wie bitte soll das denn gehen? Aber wie ich schon sagte, das gehört hier nicht hin.

© und alle denkbaren Rechte weltweit und darüber hinaus bei Norbert W. Schlinkert 2011

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