Typoskriptbearbeitung des ROMANs I

Es ging mir dann doch nicht aus dem Kopf, was ANH hier in einem Kommentar einmal schrieb, daß er es nämlich ganz schön fände, wenn ich immer mal wieder Auszüge aus dem Roman einstellen würde und daß es spannend wäre, Änderungen mitverfolgen zu können. Nun, seit heute arbeite ich an der ausgedruckten Fassung, und auch wenn noch kaum Änderungen vollzogen worden sind, so denke ich doch, daß eine Art Dokumentation meiner Arbeit derselben ganz gut tun könnte, denn natürlich stehen Fragen im Raum, die jetzt während der Überarbeitung geklärt werden müssen. Eine der überhaupt wichtigsten Fragen ist die, mit welcher Sprache ich arbeite, denn einerseits will und muß ich modern erzählen, andererseits aber muß auch die Fremdartigkeit von Zeit und Ort durchgängig spürbar sein, um sie als Leser lesend überwinden und sich den Menschen im Roman im späten 17ten und frühen 18ten Jahrhundert annähern zu können. Letztlich kommt es wohl auf das Maß an – so halte ich es für gut, zum Beispiel veraltete und ungebräuchliche, aber verständliche Begriffe in den Text einfließen zu lassen (Kretschmar, Zank, Wollust, Anfechtung, Schenke …), wenn es sich um Gedanken oder Aussagen der Figuren handelt, während es mir unpassend erschiene, eine alte Sprache, von Ausnahmen abgesehen, nachzuahmen. Ich habe im Laufe meines Leselebens viele anspruchsvolle historische Romane gelesen, die in sich auf der sprachlichen Ebene funktionierten, eben weil sie durch die Sprache die Bedingungen erst schafften, die ein in der Unmittelbarkeit spielender Roman eben von vornherein voraussetzen kann. [S.1 bis 12]

 

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