Frühling, Du hüpfst mir im Gemüte

Der Frühling löckt mit allerliebstem Geplänkel zu allerlöh Gespiele und Gesponse – wie jedes Jahr, selbst wenn es Ostern noch einmal österlichen Schnee geben sollte und den Osterhasen der Schwanz im Osterglockenbeet festfriert, egal, drauf geschissen, jetzt gehts wieder los. Schrecklich, so ein strahlend blauer Himmel und das viele Licht, da sieht man doch erst recht den ganzen Winterdreck drinnen und draußen, von dem in der eigenen Seele und dem in der der anderen Mitverschwörer ganz zu schweigen. Am schlimmsten, daß nun auch der Druck wächst, dem schönen Wetter Taten folgen zu lassen, es zu nutzen, keinesfalls und keineswegs Gram, Grauen und Greulichkeit an den Tag zu legen, sondern Spaß, Freude, Entdeckerdrang und Geschlechtsverkehrstriebsinn, wohlig verknüpft mit Trinken, Rauchen und dem Grillen toter Tiere, herrrrrrlich wird das sein und laut und gesellig, die Sandalenträger werden, je frühlingshafter es wird, desto mehr die Prenzlauer Berge bevölkern, Verbrechen werden begangen werden, ungestraft, die Häßlichkeit wird siegen, überreich die Bildungsbürger, die die Kunst als Ware achten wie das Biogemüse auch, das in ihnen zu Scheiße wird, selbstgefällig stolzieren sie wieder herum, hier ein Milchkaffee, da ein Törtchen, im Schlepptau ihre auf Effizienz gezüchteten Kinder, und die allein tun mir leid, auf daß ihnen die Welt Untertan werde und sie dereinst frohbeglückt ins Himmelreich der Anständigkeit einfahren, ohne je einen ihrer Sklaven persönlich gepeinigt zu haben, denn das ist der Unterschied, der einzige, zum Frühling anderorten- und zeiten.

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