Das Hamsterliche und das Rad

„Wohl dem, dem das Hamsterliche innewohnt, denn wo ein Hamster ist, ist auch ein Rad“ – das schrieb ich gestern, und wenn es noch eines Beweises bedurfte, daß wir fröhlichen Menschen es schwer haben, in diesem Satz ist er nicht zu finden. Außerdem bin ich nicht fröhlich, obwohl es gestern um Mitternacht tatsächlich regnete, ich aber keineswegs schrieb, allerdings am Schreibtisch saß. Sie sehen schon, liebe Leser:innen, ich mache es Ihnen einfach, dies nicht zu kommentieren, auch deswegen, weil ich niemanden zwingen will und ich mir selbst, ganz unabhängig vom sogenannten Jahreswechsel, hört, hört!, vorgenommen, nein: verordnet habe, von nun an weniger zu kommentieren, also nur noch da, wo ich erstens: will, und: mir zweitens auch adäquat geantwortet werden wird. Lesen ja, darauf antworten nein, so wird von nun an der Regelfall aussehen, denn dem großen Kommentiergequatsche im sogenannten Internet muß endlich, sage ich, ein inwendiges Schweigen entgegengesetzt werden, ein Strom, der also nur scheinbar zutage tritt, nur in Worten, Sätzen und Kaskaden, sinnlos, bleich und frei. Durchatmen, sich dem Kommunikationszwang entziehen, einfach mal wieder lesen ohne den Hammer im Kopf, es einfach auch mal nicht in die Welt hinausposaunen, was man denn grad so mit Begeisterung lesend vertilgt, und es also zu dem Seinen machen und auch nicht wieder hergeben. Behalten, es für sich behalten, den Profit einsacken – das ist das neue Credo!

[„I have graven it within the hills, and my vengeance upon the dust within the rock.“ (Edgar Allan Poe: The Narrative of Arthur Gordon Pym)]     

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