Ich habe nichts zu erzählen, also muss ich mir was einfallen lassen

Autoren und Autorinnen, denen die eigene Geschichte oder die der eigenen Familie gleichsam an den Fußsohlen klebt, können sich vielleicht gar nicht vorstellen, was es heißt: sich so richtig was einfallen zu lassen. Ich habe mir zum Beispiel auf Grundlage des Lebens einer weitgehend unbekannten historischen Figur, Adam Bernd, einen ganzen Roman einfallen lassen, also alle anderen Figuren und den allergrößten Teil der Handlung. Selbst die Sprache, den Sound des Romans habe ich selbst entwickelt, anstatt mich wie so viele Kollegen und Kolleginnen auf die aktuell konventionelle Schreibweise zu verlassen. Und auch aus der Eigenen Lebens-Beschreibung Bernds habe ich ja nur Anregungen empfangen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Alles in allem also etwa 350 Buchseiten Selbsteingemachtes, wenn es denn dann bald hoffentlich zum Buche wird. Nicht etwa, daß ich sagen will, meine Art der Textherstellung sei besser als jene, die aus der eigenen, respektive der Familengeschichte schöpft, nein, ich will nur sagen: geschöpft werden muß so oder so, ganz gleich, ob aus dem Vollen oder aus dem vermeintlich Leeren, dem Nichts, denn das einzig relevante Kriterium bleibt die Qualität. Punktum.

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