Prosagedicht VI / Blutpfützen

Blutpfützen

Kurz dachte er daran,
die Schuhe auszuziehen,
unten noch auf dem Trottoir.
Doch er könnte auch,
fiel ihm ein,
oben in seiner Wohnung
das Blut aus den Schuhen schütten.
 
Abends schütteten alle immer
das Blut aus ihren Schuhen.
Das glaubte das Kind.
Sie saßen alle auf dem Boden
und schütteten das Blut
aus ihren Schuhen heraus
in den Schnee hinein. 
 
Das Blut also auch heute
aus den Schuhen schütten, 
in die Blumenkästen,
in die Erde hinein,
und dann sickert es durch,
es tropft und bildet Pfützen
unten auf dem Trottoir.
 
Blutpfützen.
 
 Norbert W. Schlinkert, Abstract 7
 
 
 
 
 
 
 
 
 >>>Gedichte
 
Dieser Beitrag wurde unter NACHRICHTEN aus den PRENZLAUER BERGEN! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten auf Prosagedicht VI / Blutpfützen