Was tun?

Was tun? Während da draußen die Welt runtergewirtschaftet wird, und zwar nicht einmal im wirtschaftlichen Sinne, sitze ich drinnen und schreibe und überarbeite Texte. Das ist ein wenig so, als beugte ich den Nacken, um es dem Henker leichter zu machen, die richtige Stelle zu treffen. Autoren sind Bettelmönche, deren Gemurmel nicht weiter stört, es sei denn, sie heben den Kopf und recken den Leib und stehen aufrecht im Wind. Was tun? Den Geschichten lauschen etwa? Doch hat nicht heutigentags allein schon jedes Produkt seine Geschichte, mit dem es sich um Aufmerksamkeit bewirbt, ja kann denn dieser da im Wind stehende Autor dagegen überhaupt anstinken, mit seinem erfundenen Zeugs? Ist er nicht selbst erfunden, dieser Autor da, von sich selbst in die Welt gesetzt, in der er jetzt herumsteht und nicht einmal still in der Ecke, wo er denn ruhig murmeln dürfte, dass ihm die Worte nur so aus dem Munde purzeln, aber nein, er steht da im Wind und schreit den Menschen seine Worte um die Ohren. Hat der Kerl denn keine Mutter, die ihn früh genug mit Verachtung strafte, wenn er aufmuckte mit seinem Geseiere? Ja, sicher, hat er, aber trotzdem bläst ihn der Wind nicht um. Warum nur, und was tun? Dem Wind vertrauen? Oder sollte dieser Autor da, erfunden wie er ist, sogar mich, der ich puste und puste, einfach so in die Welt gesetzt haben, nur um ihn anzupusten statt umzupusten? Und da lacht der Kerl auch noch! Was also tun?

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