Regentropfen

Eine gute Gelegenheit, einige Worte über die Sintflut zu verlieren. Und weg sindse! Gefühlt ist der Sommer in Berlin jedenfalls der verregnetste seit Jahr und Tag, doch am Ende wird wieder in der Zeitung stehen, er sei ganz normal gewesen. Jede Wette! Immerhin ist es schön, dem Fließen, Tröpfeln und Gluckern zuzuhören. Was gut hilft ist, Bücher zu lesen, in denen es auch viel regnet, also Bücher, die in Irland spielen oder in bekannten Regenlöchern. Romane, in denen es ständig regnet haben allerdings weniger gute Chancen verfilmt zu werden, denn Filmregen zu machen ist teuer, so daß es wohl eher in älteren Werken regnet. Aber in welchen? Im Ulysses? In Halldor Laxness‘ Die Islandglocke? Ich kann mich nicht erinnern. Am ehesten regnet es wohl in Karel Capeks Der Krieg mit den Molchen, die Tschechen sind ja ohnehin große Regenliebhaber, doch auch das weiß ich nicht genau. Definitiv Wetterbücher sind aber viele Krimis, besonders die Maigret-Romane Georges Simenons, denn da brennt entweder die Sonne vom Himmel, oder es schüttet. Maigret macht das natürlich nicht wirklich etwas aus, denn er wählt einfach das zum Wetter passende alkoholische Getränk – auch eine Möglichkeit, den Gewalten zu trotzen und trotzdem seine Arbeit zu tun. Na dann: Prost!

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