Januarbrief 2011

Wußtichsdoch! Ja, was, fragt der unmittelbar Involvierte! Daß 2011 ein super Jahr wird, vielleicht? In dem sich alle mit noch mehr Fleiß entäußern, mehr noch als im verflossenen Jahr? In dem alle Träume wahr werden? Ich muß kurz überlegen, dann sage ich: Ja, so ungefähr – Du bist ganz nah dran.

Das war gemein von mir! Nur weil ich selbst immer so tue, als täte ich nichts und (mir) sei total langweilig, muß ich das nicht auch von den anderen Gestalten verlangen. So will ich auch mal sagen, an was ich im Moment arbeite, nur mal so probeweise: Die Überarbeitung des mir am Herzen liegenden Romans „Der Bildermacher“ füllt die Tage aus, ich will sie aber abschließen bis Ende des Monats, um nicht den Faden zu verlieren bei dem anderen Großprojekt, an dem ich seit Ende 2008, damals noch parallel zur Doktorarbeit, arbeite. Beim Bildermacher sind’s gut 250 Seiten, bei dem anderen Projekt gehts bei 250 erst richtig los. Und dann sind da auch noch die Short-Stories, Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen, Arabesken, Grotesken und so weiter, die alle noch einmal überarbeitet werden müssen, bevor sie ein Verlag zu sehen bekommt. Und eine neue Idee für ein großes Projekt gärt auch schon …
Na, wie sieht das aus! (Ein bißchen wie die Mohrrübe vor der Nase des Esels? Mag sein!)

Kann man sich gesund und zugleich total erschöpft fühlen? Tatendurstig und schlapp? Klar, kann man. Schade, daß das sich in der Nähe befindliche Fitneßstudio so schlecht ist, allein die Dauerberieselung mit der immer gleichen, der immer selben schlechten Musik ist Körperverletzung, aber da machen sich Stumpfsinnige ja keine Gedanken drüber, denn sonst würde ich einfach Sport machen, um fit zu werden. Und komme mir keiner mit seinen Tips zur Winterzeit, geht alles nicht, aus unterschiedlichen Gründen. Sitze ich eben am Schreibtisch. Doofe nennen das Gehirnjogging. Die verstehen nix.

So kann man sich die Zukunft ganz trefflich ruinieren: man arbeite an einem Roman, der einem wirklich am Herzen liegt! Kann man natürlich keine Rentenansprüche mit erwerben, nie, beim besten Willen nicht. Vor allem, wenn es eigentlich zwei Romane sind, von den anderen Texten ganz zu schweigen. Puh. Da hat die Behörde schon recht, muß man sich eben mal kümmern, um die private Rentenvorsorge. Ja! Jaja! Einzahlen heißt die Devise, Extraschichten kloppen, um dann mit der Rente sein ruiniertes Leben genießen zu können. Obwohl: ruinieren kann ich mein Leben auch mit Romanschreiben, und wenn ich schon die Wahl hab, und die hab ich ja, und die würde ich mir notfalls auch einfach nehmen, ja dann …

Zwei Vorteile hat die Übersanierung der Prenzlauer Berge: in Erdgeschoßwohnungen wohnen keine Vollprollalkoholiker mehr und die Luft beim abendlich-winterlichen Spazierengehen ist besser. Die Nachteile sind ja allgemein bekannt, wenngleich die Langeweile nicht überall Einzug gehalten hat. Vielleicht läßt es sich unter 08/15-Menschen ja sogar besser arbeiten, und das ist ja nicht mal abwertend gemeint, das mit dem Nullachtfuffzehn, denn die zeugen und bespaßen und bezahlen ja den Nachwuchs, der später einmal unsere Alterversorge übernimmt. Da können die heute noch Kleenen sich garnicht gegen wehren, so verzärtelt wie die sind! Ansonsten ist alles in Ordnung, hier oben.

© und alle denkbaren Rechte weltweit und darüber hinaus bei Norbert W. Schlinkert 2011

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