Lyrik lesen: Thomas Kade

Thomas Kade

Herpssst
 
diese Bewegung
wird bleiben ein Blatt
fallend aufs Wasser fällt
seine glatte Oberfläche
die getrockneten Adern
treten hervor
Wellen verwackeln
die Welt auf dem Kopf
breiten sich aus
bis ans Ufer treffen
auf Halme überhängende
Gräser die Wiese fort
pflanzt es sich da
ein Wasserfloh schwankt
ob es ihn schwindelt
geblendet blicken wir
die Sonne blinkt
ihr Untergang wankt
ein Blitz im Augenblick
ein winziger Riß
weiter reifend wellenförmig
breitet sich etwas aus
über das welke Blatt
das Licht aus dem Gleichgewicht
 
Thomas Kade: Körper Flüchtigkeiten. Gedichte. 
roterfadenlyrik, Edition Haus Nottbeck im vorsatz verlag, Dortmund
 
 
Dieser Beitrag wurde unter NACHRICHTEN aus den PRENZLAUER BERGEN! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentare sind geschlossen.