Guido Rohm las und erklärte dabei deutlich seine Absicht, anwesenden Schriftstellerkollegen durch seine Geschichten jedwedes Weiterschreiben zu verunmöglichen

Netter Versuch! Wirklich. Guido Rohm las gestern am Abend in der Kreuzberger Bar „Rauschgold“ aus seinem Band Die Sorgen der Killer, erschienen im aufstrebenden Kulturmaschinen Verlag

Und was soll ich sagen: so schnell war ich noch nie im Kopf derjenigen Zeitgenossen, denen die Welt eine aus der sogenannten Normalität verrückte ist, die morden, metzeln und killen, weil es nicht anders geht, nicht anders gehen kann, weil das Nichtbegehen, das Nichttun oder das Guttun allenfalls denkbar ist. Ja, denken, das tun die rohmschen Täter, es ist ein Rummelplatzdenken, mal geht es abwärts, mal aufwärts, doch aus ihrer verfluchten Maschine, die ihr Kopf ist, kommen sie nie wieder heraus. Die Zuhörer gestern schüttelten sich nach dem Ende der Lesung vernehmlich, bevor es den meisten gelang, mittels kalter Getränke und nichtkrimineller Gespräche am Leben zu sein. Doch Rohm las nur drei Geschichten, eine böser als die andere, von insgesamt dreizehn Crime Stories, und mir jucken jetzt schon die Finger. Was also bleibt mir übrig, als wieder hinabzutauchen in die dunkle Welt des Guido Rohm, in die Köpfe der Killer. 

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