Hallo.
Nein.
Er ist.
Business Englisch zu sehen, was ist der Stachel. Es ist zurück, aber meine Ansicht.
Contact Studios.
Hilfe.
Siehst du das.
Simat Schwedisch.
Rufen Sie mich an.
Aufruf.
Mikrofon stumm schalten.
Nicht verwendetes Mikrofon.
Und so die Mädchen oder sagen Sie Dinge.
Lautsprecher.
Nicht einfach.
Ich weiß, was es ist. Ich zerbrach die Cofo viel dicker als.
Diese.
Das ist das dann.
Das ist so.
Das ist wirklich das.
Milo meine.
Meine.
Ich zu viel.
Ich zu viel.
Es ist lieb.
Dienen Sie zu sehen, okay.
Sir.
Sicher.
Aber die Mäuse müssen wir verstehen, dass du der Rücken bist.
Gute.
Ja, *** mein Untergang.
Das ist nicht fantastisch.
Daher sehen wir in der Hoffnung.
Ich liebe.
Sehen.
Sprache ändern.
Okay.
Da die Einstellungen Step Translator und fähig.
Ja.
Was ist dieser Schnitt alle besonderen Taten?
Keine anderen Optionen.
Skype Translator.
Der überaus dienstbare (und sich gegen jedes Beenden wehrende) Skype Translator – ein Mensch-Maschine-Poem. Oder: Aber die Mäuse müssen wir verstehen, dass du der Rücken bist.
Gerhard von Amyntors „Eine moderne Abendgesellschaft. Plauderei über Antisemitismus“ (1881), neu herausgegeben und mit einem Essay versehen von Martin A. Völker
Um 1880 herum verstärkten sich im politischen Getriebe des Kaiserreichs die nationalistischen und antiliberalen Tendenzen. Offene Zurschaustellungen von Judenhass waren ebenso an der Tagesordnung wie immer häufiger en passant auftauchende antisemitische Ressentiments in Form von Redewendungen und vermeintlich harmlosen Zuschreibungen. Der Herausgeber Martin A. Völker macht in seinem Gerhard von Amyntors Buch „Eine moderne Abendgesellschaft“ beigegebenem, umfangreichen Essay „RICHTIG LEBEN IM FALSCHEN: ÜBER DIE AUTORSCHAFT DES GERHARD VON AMYNTOR (1831–1910)“ auf diese Tendenz der damaligen Zeit aufmerksam und zitiert entsprechende Belege aus Amyntors Schriften. Deutlich wird, dass Amyntor aus seiner konservativ-liberalen Sicht heraus durch diese Entwicklung die Werte der Aufklärung gefährdet sieht, werden doch seiner Ansicht nach Hass und Vorurteile mit dem Gerede über Toleranz und Gleichheit nur „oberflächlich verkleistert, bis sie [die Judenfrage] immer wieder, ein moralisches, fressendes Geschwür, am Körper der Gesellschaft aufbricht“. (S.62)
Moritz Busch vs. Gerhard von Amyntor
Mit seinem 1881 erschienenen Text „Eine moderne Abendgesellschaft“ schaltet sich Amyntor nun, so führt Völker in seinem Essay weiter aus, in die sich verschärfende Diskussion um die Judenfrage ein, ausgelöst vor allem durch den bekannten Journalisten Moritz Busch. In seinem 1880 erschienenen Buch „Israel und die Gojim. Beiträge zur Beurteilung der Judenfrage“ stellt sich Busch eindeutig auf die Seite der Antisemiten und behandelt, so Völker, das Judentum ausdrücklich nicht als Religionsgemeinschaft, sondern als Rasse. Amyntors Antwort auf derlei Publikationen ist nun nicht ein theoretischer oder konfrontativer Text, sondern ein von ihm gleichsam „protokollierter“ typischer Dialog auf einer Abendgesellschaft, ausgelöst allein, so Amyntor einleitend, durch das vom Herrn Geheimrath in die Runde geworfene Wörtlein „Semiten“. Die Teilnehmer beziehungsweise Ohrenzeugen der Diskussion um die Judenfrage sind nun neben dem Geheimrath ein Licentiat, eine alte Jungfer, ein Referendarius, ein Centrumsmann, ein Maler, ein Backfisch, ein Lieutnant, ein Arzt, ein Literat, ein Rentier und, ohne das Wort zu ergreifen, die Dame des Hauses und der Autor der vorliegenden Schrift, der nun, quasi im Auftrag eben jener Dame, die Diskussion einer größeren Öffentlichkeit präsentiert, nicht ohne dem Protokoll eine eigene, abschließende Stellungnahme hinzuzufügen.
Die „Judenfrage“
Die Text Amyntors gibt nun, zunächst also in Form eines recht lebendigen Gesprächs, einige prägnante Beispiele für implizit wie explizit judenfeindliche Haltungen, gekontert durch mehr oder weniger deutliche Verwahrungen gegen jede Form des Antisemitismus; auch schwankende und eher undeutliche Positionen sind zu vernehmen. So sieht der Literat „die Juden als eine besonders hochstehende und wunderbar veranlagte Rasse“ (S.17) an, hebt sie also aus der Gesellschaft heraus statt der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Juden längst einen festen Bestandteil in vielen Bereichen der Gesellschaft darstellen. Dies nun gibt die alte Jungfer als einen für sie bedauerlichen Fakt zu bedenken, denn den Juden sei „schon längst eine leider völlige Emanzipation zu Theil geworden“ (S.19) So geht die Diskussion nun hin und her, es werden Fragen gestellt nach der Begabung der Juden, nach der von einigen als pöbelhaft angesehenen jüdischen Presse und ob Juden das Richteramt übernehmen dürfen oder einen hohen Rang beim Militär, je nach Gusto werden Beispiele für jüdische Gentleman angeführt (Moses Mendelssohn) oder für Juden, die, vorgeblich, das Christentum angreifen (Ludwig Börne, Heinrich Heine), der Backfisch fragt, was denn ein Schutzjude sei, dies wird erläutert, der gesetzliche Schutz jeder in Deutschland bestehenden Religionsgemeinschaft wird ins Feld geführt, eine Statistik bemüht, nach der die Juden einen unverhältnismäßig größeren Anteil am Verbrechen hätten als Christen – und so weiter und so fort. Gegen Ende gibt der Text noch zwei Beispiele her für das, was zuweilen Selbsthass der Juden genannt wird, einmal den Rentier, der den Juden bescheinigt, sie taugten „mit oder ohne Taufwasser“ alle nichts (S.36), obwohl er selbst aus einer jüdischen Familie stammt, einmal die ob der Diskussion ängstliche Dame des Hauses betreffend, die ihre mütterlicherseits jüdische Abstammung dem Autor gegenüber offenbart mit der Frage, ob sie denn selbst etwa nicht „mit jenem Blute inficirt“ sei, „das der Herr Licentiat ausrotten oder wenigstens einer allgemeinen Verfolgung preisgeben zu wollen scheint“.
Der gebildete und ungebildete Pöbel
In seiner abschließenden, dem „Protokoll“ angehängten Stellungnahme nun bezieht Amyntor deutlich Stellung. Neben vielen anderen Punkten gibt er zu bedenken, dass die in die Öffentlichkeit getragene Judenfrage an die verhängnisvollen Instinkte der „rohen und gedankenlosen Massen“ appelliere und so über kurz oder lang zur Judenhetze werde. (S.44) Insbesondere warnt er davor, dass mancher „für eine judenfeindliche Agitation wirbt“ und „mit der sogenannten vox populi seinem Vorgehen eine gewisse Berechtigung geben zu können meint“. Ein geschickter Volksredner könne sogar jetzt im Jahr 1881, davon zeigt Amyntor sich überzeugt, die Wiedereinführung der Hexenprozesse plausibel machen, denn der „gebildete und ungebildete Pöbel hat immer Freude am Skandal und schon die gemeine Schaulust verführt ihn zur Grausamkeit“. (S.46f.) Auch die Verantwortung der Presse wird angesprochen, wenn der Autor unmissverständlich schreibt: „Wie empörend ist der Brauch gewisser Zeitungsberichterstatter, wenn es ein von einem Juden begangenes Verbrechen zu melden gilt, stets auf das Wörtlein ‚Jude’ den Nachdruck zu legen!“ (S.51) Am Ende appelliert Amyntor an alle, die, wie er aus Gesprächen weiß, seine Ansichten teilen, „mancher conservative Politiker, manch ein Mitglied des hohen oder niederen Adels, mancher Offizier“, „aus ihren Ueberzeugungen keinen Hehl zu machen und gegen jede Hetzerei offen und rückhaltlos aufzutreten“. (S.54)
Gerhard von Amyntors Buch „Eine moderne Abendgesellschaft“ stellt meiner Ansicht nach eine (Wieder-)Entdeckung dar, die nicht nur Historikern einen profunden (literarischen) Einblick zu geben vermag in die gesellschaftliche Problematik der Frühzeit des Deutschen Reichs, ein Jahrzehnt nach dessen Gründung. Durch die gelungene Dialogführung gelingt es Amyntor, die handelnden Figuren über ihren Typus hinaus zu verlebendigen und über die Zeiten hinweg auch der heutigen Leserschaft spannenden Stoff zu liefern in Form einer Diskussion, die immer wieder auch heutigentags in der ein oder anderen Form auftaucht und der wir uns zu stellen haben. Martin A. Völkers Essay zu Gerhard von Amyntor tut ein Übriges, dieses Buch zu einem unbedingt lesens- und empfehlenswerten zu machen, erfährt die Leserschaft doch einiges über den gesellschaftlichen und auch literarischen Kontext im Deutschland der damaligen Zeit, in dem Amyntors Schriften entstanden. Amyntor selbst schreibt nicht von ungefähr, „wir leben auf einem unheimlich grollenden Vulcan“ (S.49) – eben davon legt nicht zuletzt sein eigenes Buch deutlich Zeugnis ab.
Gerhard von Amyntor: Eine moderne Abendgesellschaft. Plauderei über Antisemitismus. Mit einem Essay herausgegeben von Martin A. Völker, Elsinor Verlag, Coesfeld 2016. ISBN: 978-3-942788-33-5. 100 Seiten. 12,80 €
Der Text erschien zuvor in Der Freitag und bei fixpoetry

Wintergast im Flur
Seit ’ner Weile schon empfängt mich im Treppenflur ein Wintergast, der wie wir alle zum Lichte strebt, genauer gesagt zur Treppenhausbeleuchtung hin. (Ob er darüber gestorben ist?)

Vom Fleck weg!
Letztens fiel mir, durchaus nicht zufällig, Peter Rühmkorfs Büchlein Kleine Fleckenkunde in die Hände. Zu einem seiner Klappdrucke schreibt er:
Wer hierzulande Flecken hinterläßt
gilt gleich als Schwein.
Wer einen Klecks in eine Ordnung preßt
kann schon ein Künstler sein.
Wie wahr! Hier ein Versuch meinerseits!

Norbert W. Schlinkert: Klappdruck Wombart
PS: Wombat schön und gut, so sehe ich das; allerdings wurde mir nach Begutachtung des Klappdrucks eine Geschichte zu Gehör gebracht, die mit einem Büro nach Feierabend und einem Kopierer zu tun hat, aus der obiges Bild ebenso gut hätte entstehen können. Nein, sage ich, nein; es war der Wombat, der aus der Schwärze des Tintenfasses ans Licht strebte!
Im Wesen nichts Neues
Im Dashboard dieser meiner Website gibt es eine Ecke rechts oben für den schnellen Entwurf. Ratzfatz soll das gehen, dabei dauert es kaum drei Sekunden länger, einen regulären Beitragsentwurf zu beginnen. In der Schneller-Entwurf-Ecke steht übrigens der Satz: Was beschäftigt dich? Da regt mich ja die Frage schon auf! Heißen muss es doch: Mit was beschäftige ich mich!? Ich! Beschäftigt zu werden lehne ich weitgehend ab, es sei denn es dient der Erlangung angemessener Finanzmittel, die der partiellen Befreiung von eben dieser von außen kommenden Beschäftigungsaufforderung dienen und mir meine eigene Arbeit zu verfertigen ermöglichen. Die Frage selbst ist außerhalb der genannten Ecke natürlich berechtigt, keine Frage, doch mir kommt es eben auf die Wechselwirkung an, ich und die Welt, die Welt und ich, die Welt in mir, ich in der Welt und nicht zuletzt die Welt in der Welt und umgekehrt. Aus all dem folgt folgerichtig, dass auch ich meine Mitmenschen nicht beschäftigen möchte, denn die sollen sich gefälligst aus freien Stücken mit mir, nee, Quatsch, halt!, mit dem von mir zu Papier Gebrachten beschäftigen – oder es lassen. Wer bis hierher las, kann nicht mehr guten Gewissens sagen, er oder sie tue dies, das Lesen des von mir zu Papier Gebrachten nämlich, mitnichten, wer nicht bis hierher las, ist der Frage ohnehin schlechterdings enthoben.

Wissen Sie, was ich denke? Natürlich nicht, aber ich sage es Ihnen. Ich denke, dass das gesamte irische Volk ganz offensichtlich dauerhaft den Preis dafür zu zahlen hat, dass die irische Literatur alltäglich absurde, komische und tragische Charaktere zu Hauf beherbergt, ganz im Gegensatz zur deutschsprachigen Literatur, in der die letzten wirklich gandenlos komischen, absurden und tragischen Charaktere von E.T.A. Hoffmann und Jean Paul geschaffen wurden, vor zweihundert Jahren! Und wer liest heutzutage noch Jean Paul oder Hoffmann? Im Gegensatz zum gefälligen Goethe muss der Lesende nämlich sich damals wie heute ordentlich durch die Texte ackern, was ja nur gerecht ist angesichts des immensen Aufwandes, den so ein richtiger Schriftsteller zu erbringen hat. Doch was heißt schon gerecht?

Aber zurück zum irischen Volk, das eben nicht so deutsch-langweilige Literatur, sondern spritzig-witzige Texte quasi sein Eigen nennen darf (von James Joyce über Samuel Beckett, Flann O’Brien oder auch Máirtin Ó Cadhain, um nur einige zu nennen), dafür aber auch für immer in diesen Büchern gleichsam zu existieren hat. Enthebt die Iren natürlich der Pflicht, die Bücher zu lesen. Eine der wenigen deutschsprachigen Beiträge zur nichtzwingendrealistischen Literatur sind Robert Walser, Franz Kafka, Alfred Döblin, na schaumaleinerkuck, da fallen mir ja so ad hoc doch einige ein, vergessen Sie, was ich da oben geschrieben habe, alles Nonsens, wenngleich ich nach wie vor nur sehr selten sehr gute deutschsprachige Literatur ausfindig mache, ja, mein Gott, das mag auch an mir liegen, nehm ichs eben auf meine Kappe, ich bins der keine Ahnung und den Zug der Zeit verpasst hat, aber wottschällz, schreibe ich mir meine Texte eben selbst, denn das isses ja, was der Schriftsteller tut, sich selbst seine Texte (zu) schreiben, anstatt sich von der Literaturindustrie die Lebenszeit stehlen zu lassen. So, das denke ich. Läse überhaupt jemand bis zu diesem Punkt meiner Ausführungen, wäre dieser Jemand sicher schwer beleidigt ob dieser meiner Ausführungen und in den darin enthaltenen Leserbeschimpfungen, was ja immerhin ein Anfang wäre, so ganz am Ende. So long … fellows!
Dritter Zwischenbericht Amphitryon-Roman oder: der Punkt ohne Namen
Natürlich muss man als Autor eines Romans Opfer bringen, was denken Sie denn? Jeder Beruf fordert seine Opfer, mal ist es die Jugend, die geopfert sein will, die Gesundheit, das eigenständige Denkvermögen, die sogenannten besten Jahre, oftmals all dies zusammen – oder auch, am schlimmsten, die eigene, persönliche Freiheit. Letztgenanntes nicht in dem schlichten Sinne natürlich, wie es unser Bundespräsident Joachim Gauck versteht, mitnichten, sondern in einem umfassenderen. Nicht nur, sehr vereinfacht gesagt, Freiheit von, sondern auch Freiheit für. Beides also, und zwar in einer Weise, die man sich weder schenken noch gewähren noch befehlen lassen kann, sondern sich nehmen muss. Aber ich will niemanden überfordern, so ein schöner Glaube an Was-auch-immer (Gott, das Gute, das Schöne, die Demokratie, die Popmusik, gesundes Essen usw.) geht natürlich auch, ich wünsche viel Freude dabei. Doch das soll nicht mein Thema sein, sondern das Gestalten des Lebens durch die ebenso faszinierende wie schrecklichfürchterliche Angelegenheit des Schreibens von Literatur, also des stimmigen Erfindens von Welten, die die LeserInnen lesend mitgestalten, um geistestätig in ihr zu leben. Warum schreibt ein Mensch also Geschichten? Meine Antwort: ich sitze hier und kann nicht anders. Eine andere: ich kann nichts anderes. Eine weitere: es gewährt mir eine Wahl zwischen der mir zugehörigen sogenannten realen Welt und einer von mir gestalteten. Und: das literarische Schreiben braucht als seine Grundlage das Handwerk des Schreibens; auch das Handwerkliche im eigentlichen Sinne des Begriffs ist dem Menschen etwas Grundsätzliches. – Mein Roman, danke der Nachfrage, geht übrigens recht gut voran, was sich allein daran ablesen lässt, dass dieser bestimmte Punkt überschritten ist, der meines Wissens nach keinen Namen hat, sich aber dadurch zeigt, dass ein Weiterschreiben ab diesem nun nicht mehr möglich ist, nachdem man den bereits geschriebenen Text noch einmal gelesen hat. Spätestens hier sind alle poetischen Ichs autonom, müssen es sein, und der Autor ist ein Getriebener, der in seiner Welt rastlos tätig zu sein hat, immer in Konflikte verwickelt, immer zweifelnd und immer sein Bestes gebend. Man könnte auch sagen, dass das Schreiben von Literatur so etwas wie gelebter Glaube ist, der aber nicht von außen, sondern aus dem Innen kommt. Dazu ein Zitat, mit dem ich meinen kleinen Beitrag beenden möchte:
„Die Fantasie setzt die künftige Welt entweder in die Höhe, oder in die Tiefe, oder in die Metempsychose [Reinkarnation] zu uns. Wir träumen von Reisen durch das Weltall: ist denn das Weltall nicht in uns? Die Tiefen unsers Geistes kennen wir nicht. – Nach Innen geht der geheimnißvolle Weg. In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft. Die Außenwelt ist die Schattenwelt, sie wirft ihren Schatten in das Lichtreich. Jetzt scheint es uns freylich innerlich so dunkel, einsam, gestaltlos, aber wie ganz anders wird es uns dünken, wenn diese Verfinsterung vorbey, und der Schattenkörper hinweggerückt ist. Wir werden mehr genießen als je, denn unser Geist hat entbehrt.“ (Novalis: Blüthenstaub. Nr.16.)
Junge Literatinnen aus dem Literaturlabor
Ein Bildschirmfoto (siehe unten) bringt an den Tag, was die Gewieften unter den noch jungen männlichen Schriftstellern (und die alten sowieso) schon lange wissen, dass nämlich die sehr junge weibliche Konkurrenz aus den Literaturlaboren der deutschsprachigen Welt mehr ist als nur Mitstreiter auf dem Markt dort draußen – denn nicht nur der jungen Damen literarische Produkte sind marktwirtschaftlich optimiert und an die Bedürnisse der Käuferschaft angepasst, was ja für die sehr jungen männlichen Darsteller ebenso gilt, sondern auch die äußere weibliche Erscheinung ist in all ihren Facetten, wie man sieht, passgenau zugeschnitten, auch wenn, aber das mag wohl Absicht sein, die eine von der anderen nicht so einfach zu unterscheiden ist. Während also der männliche Autor, der etwas auf sich hält, sein Äußeres lange, lange Jahre sukzessive zu pflegen hat, je nach Typ mit Sport, Sorgen, Alkohol, Drogen und so weiter, kommen die jungen Autorinnen schon fertig gefönt und gestylt auf die Bühne. Chapeau, kann man da nur sagen. Männlichen noch ganz jungen Schriftstellern bleibt dagegen nur, so schnell wie möglich ein Strich in der Landschaft zu werden, sich einen wüsten Vollbart wachsen zu lassen und den Leserinnen unter der Leserschaft schöne übergroße Glubschaugen zu machen. Und irgendwelche Bücher zu schreiben, klar, aber das versteht sich ja von selbst.

Zweiter Zwischenbericht Amphitryon-Roman oder: Der Wachtmeister
Das zweite Kapitel meines inarbeitsichbefindlichen Romans ist mehr noch als das erste darauf angelegt, Knoten zu kreieren, aus denen sich Erzählstränge entwickeln können. Ist der Knoten zu fest gezurrt, bleibt er ein Knoten, ist er zu locker gebunden, fällt er tot auseinander. Allerdings, da müssen Sie sich als Leser keine Sorgen machen, verstehe ich mein Handwerk. Ergo denke ich mal, die Knoten der Geschichte sind perfekt geschnürrt, auch wenn man natürlich nie wissen kann, wie sich die Teile einer Geschichte entwickeln, die man als Schreibender nicht ganz im Griff haben kann und darf, Stichwort poetisches Ich. Andererseits macht das Unberechenbare eine Geschichte erst wirklich aus, das sollte man nie vergessen – auch und besonders nicht in Zeiten des kulturellen Niedergangs, denn oft entstehen in solchen ganz besondere Werke, nicht selten aus einer Verzweiflung heraus, die sonst nirgends Platz findet.

Solch ein besonderes Werk zu schreiben habe ich natürlich schon vor, das ist volle Absicht, für mittelmäßige Aufgaben kann ich mich nicht begeistern, dazu fehlt mir dieses protestantische Fleißgen, mit dessen Hilfe man ja auch Sinnloses, Schädliches und sogar Tödliches herstellen kann, ohne im geringsten sein Gewissen damit zu belasten. Nix für mich! Aber das nur am Rande. Der Wachmeister, der schon auf der allerersten Seite des Romans vor der Tür des Ich-Erzählers steht, ist übrigens weder fleißig noch sehr auskunftsfreudig, aber ich bin guter Dinge, dass er sich im Laufe des Romans schon noch befleißigen wird, uns diese Sache mit der Schneise im Wald, der Säge und dem Fuß und auch das mit dem Baum zu erzählen, der sich auf die falsche Seite fallen ließ. Ich jedenfalls bin gespannt!
Erster Zwischenbericht Amphitryon-Roman oder: Aussicht auf Überforderung
… was gibt es da schon zwischenzuberichten, gute 40 Seiten Text des Amphitryon-Romans sind erst einmal als vorhanden anzumerken. Kein Grund zu verzweifeln, es sei denn ich käme mit mir selbst auf die Umstände zu sprechen, Vollruinierung der Finanzlage, Kaputtmachung allermeiner Zukunft und so weiter. Geschenkt! Interessant aber, dass zurzeit (also jetzt) imgrunde alle meine mir bekannten SchriftstellerInnenKollegInnen alles daran setzen, einen auf die Erwartungen und damit Fähigkeiten der heutigen LeserInnenschaft ausgerichteten Romantext zu schreiben. Keine Überforderung. Nirgends. Dabei bin ich persönlich früher gerne überfordert worden und werde es immer noch gerne mal lesend, weil sonst lesend nicht viel passiert, hübsche Bilder, hahaha, gruselgruselgrusel, mitleidenmitleidenmitleiden, EndeEndeEnde, Buch zu, Unterhaltung tot, Nachwirkung keine, neues Buch. Oder Facebook. Oder Netflix, neue Serie. Demder LeserIn darf man da natürlich keinen Vorwurf machen, Leben schwer genug, Blagen machen Arbeit, kosten Geld und Nerven, Kollegen ebenso, von diesen Chefs und Vorgesetzten mal ganz abgesehen, allesvielvielzuviel, wenn es wenigstens die Drogen zum Runterkommen auf Rezept gäbe, selbst für die muss man noch zahlen von seinem kargen Gehalte, wo doch die vierwöchige Klassenfahrt vom Sohnemann und der Tochterfrau nach Argentinien schon ruinös genug ist. Lesen also, eine anstrengende Droge, die zwar zunächst einmal preiswert erscheint, dann aber viel Zeit, Nerven und Anstrengung erfordert. Nein, danke! Es sei denn, das Zeugs ist so, wie gewünscht, für die Schwerleser gibt es schließlich die klassische Moderne und Publikumsbeschimpfung geht gar nicht mehr. Merken! Also: mein Roman wächst mühsam Zeile für Zeile, soll am Ende (wenn fertig) beim Lesen das Bewusstsein ebendesselben aber ganz und gar nicht erzeugen, sondern wie jede andere gute Droge auch aus der Realität heraus und in eine erregend neue hineinführen. Darauf kommt es an. Auch merken! Macht natürlich sehr viel Arbeit, kostet Geld und Nerven und überfordert mich oft genug, ansonsten ich aber nicht einen Finger krümmte und das verehrte Publikum um was gebracht würde, daswas dann eines Tages das Licht der Welt erblicken wird. Ergo: weiter im Text …
Das Rauschen danach oder: warum ich meine Facebook-Freunde aufgeben muss, obwohl ich gar nicht bei Facebook bin
Dieser kleine Beitrag wird keine Ressonanz finden, also sollte ich mir damit entweder besondere Mühe geben oder gar keine. Ich werfe eine Münze, Kopf!, und entscheide, dass das bedeutet, mir keine Mühe geben zu müssen. Tue ich auch nicht. Was ich eigentlich nur sagen wollte ist, dass es in der kleinen Gemeinde der literarischen Weblogs in früheren Zeiten eine Vielzahl selbstorganisierter Diskussionen zu allen möglichen und unmöglichen (literarischen) Themen gegeben hat, die angeblich, so sagt man mir, nun zum großen Teil auf Facebook stattfinden. Tun sie das? Nun, da ich Facebook für außerdordentlich gefährlich halte (ungefähr deswegen: siehe hier und da), dies aber wohl nur auf Facebook zu diskutieren wäre, beende ich hier mal einfach meine kleine (imgrunde gar nicht statthabende) Rückschau auf frühere, andere Zeiten, in denen es diese besagten selbstorganisierten Diskussionen gab, die durchaus mehr waren als die Lieferung von Datenmaterial zu Kommerz- und Werbezwecken, die in sich geschlossen sein konnten und somit weniger flüchtig, Voraussetzung mithin, einen darauf sich stützenden werthaltigen, weiterführenden Diskurs überhaupt erst einmal lostreten zu können. Aber das ist nur meine Ansicht dazu, die ich durchaus nicht zur Diskussion stelle. Ergo stelle ich einfach nur fest, dass es geschafft ist, nämlich sich die Form des Umgangs miteinander von einem durch und durch kommerziellen, um demokratische Werte sich nur des Gewinns wegen kümmernden Weltkonzern aufoktroyieren zu lassen – einiger kleiner Vorteile wegen, weil es praktisch ist und leicht handhabbar und so weiter. Ein Armutszeugnis ist das und fast schon das Ende jeglichen Einflusses des Wortes im Internet, denn es wird nun nicht mehr als ein ewiges Blabla sein und in nicht allzu ferner Zukunft dann ein Übermaß an Videofilmchen, in denen das Blabla sinnigerweise zumeist aus dem Off kommen wird. Tja, das haben wir super hingekriegt, Leute, das mit dem Wort und der Literatur und dem Internet. Was bleibt ist das Rauschen danach. (Und vielleicht diese gedruckten Bücher! So viel Hoffnung muss schon sein, zuletzt!)
